Nichts ist umsonst …

… und alles willkürlich. Hätte zum Beispiel Judas dem Heiland keinen Judaskuss auf die Wange gedrückt, wäre Jesus von den Häschern nicht erkannt und womöglich statt ihm irgendeiner seiner Jünger verhaftet worden. Der beabsichtigte Schauprozess vor dem Gouverneurspalast des Pilatus wäre in die Hose gegangen und man hätte wohl den Barabbas gekreuzigt und nicht laufen gelassen. Damit wäre aber auch die ganze Auferstehung perdu gewesen und Jesus womöglich nur ein seltsamer Heiliger aber nicht der Christus geworden.

Nur mit Judas war der Verrat am Heiland und somit dessen Kreuzigung, Höllenfahrt und Auferstehung möglich geworden. Eigentlich müsste Judas als der Stifter des Christentums gelten, denn die anderen Jünger waren wohl ähnlichen Einflüsterungen des Heiligen Geistes ausgesetzt gewesen, die Mission des Gottessohnes an ihr Ziel zu führen. Indessen hatten sie sich diesen schlechten Gedanken widersetzt. Also blieb die Aufgabe an Judas hängen, und er büßte dafür. Ob er sich erhängte, weil er von den anderen Jüngern dafür missachtet wurde, oder weil er erkannte, dass für ihn kein Platz mehr neben dem Auferstandenen wäre, wer weiß es. Jedenfalls fädelte Judas die Geschichte des Christentums ein, die der Gesalbte letztlich wie vorgesehen vollendete. – Danach soll er nicht in den Himmel gefahren, sondern nach Srinagar in Nordindien gezogen sein; wo er als weiser Mann beerdigt worden sei. Weiterlesen

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Ostern als Paradoxon – Eine antipodische Betrachtung

Osterkücken

Osterkücken © Matthias Mala

Ostern feiern wir die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Wohl gewählt fällt dieses Fest auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Der scheinbare Stillstand des Winters ist gebrochen, die Natur erwacht mit frischer Blüte. Der Kreislauf des Lebens beginnt, sich sichtbar fortzusetzen. Ostern ist demgemäß ein Sinnbild von Wiedergeburt und Überwindung des Todes. In diesem Verständnis wurde es von jeher gefeiert, auch lange bevor das Christentum entstand. Schließlich erfasste man von Anbeginn aller Religionen den Jahreskreis als ein göttliches Geschehen, das es zu deuten galt, um mit den himmlischen Mächten ins Zwiegespräch treten zu können. Dies war und ist rund um den Globus so. So feiern beispielsweise die Maoris ihr Neujahrsfest „Matariki“ wie wir auch mitten Winter, nur mit dem Unterschied, dass bei ihnen der Winter Einzug hält, wenn bei uns der Sommer beginnt. Weiterlesen