Die Schamlosen

Altes Grauen © Matthias Mala

Altes Grauen © Matthias Mala

Dieser Tage sind Gutachten über die pädophilen Zusammenhänge beim Kinderschutzbund  und bei den Grünen in Berlin veröffentlicht worden. Beide Schriftstücke offenbaren einen Abgrund von Herzlosigkeit und Zynismus. Sie sind Belege institutioneller Schamlosigkeit und bei den Grünen eines geradezu kriminellen Gutmenschentums. Im Bestreben immer exotischere Außenseiter zu finden, die man unter seine Fittiche nehmen und deren Forderungen man auf sein Panier schreiben kann, um für sie zu streiten, haben sie die Sprachlosen, die Geschändeten nicht wahrgenommen. Sie haben nicht nur schlicht nicht hingesehen, nein, sie waren ihnen egal. Und das macht ihren Eifer so schäbig, wenn sie weiter für andere Minderheiten und Ausgestoßene streiten. Denn all ihr Bemühen, sich anscheinend für Minderheiten einzusetzen, ist im Grunde nur ein narzisstisches Spiel ihrer Scheinheiligkeit. Weiterlesen

Advertisements

Kainsmal

Kainsmal © Matthias Mala

Kainsmal © Matthias Mala

Ein Schandmal für eine schändliche Tat. Ein Kainsmal. Es bedeutet, meide diesen Schuft, geh ihm aus dem Weg, lass dich nicht mit ihm ein. Der biblische Gott markierte so Kain, damit ihn niemand etwas anhaben sollte; denn die Strafe, mit seiner Schmach zu leben, sollte Kain lange erhalten bleiben. Ja, sein Gott wünschte ihm ein langes Leben, um seinen Brudermord ausreichend zu sühnen. Ja, mehr noch, Er verstieß ihn in das Land der Wiedergänger, in das Land Nod, was wörtlich bedeutet „ruhelos umherwandern“. Somit sühnte Kain als Untoter über seinen Tod hinaus.

Das moderne Kainsmal ist das Führungszeugnis. Es listet erfolgte Verurteilungen auf. Doch es kennt auch – anders als Gott – Gnade und Vergessen. Nach einer gewissen Zeit werden die Schandtaten im Register gelöscht. Das Kerbholz ist wieder geglättet.

Doch das Kainsmal findet sich auch in anderer Weise, nämlich als ein Zeichen unverschuldeter Schande. Der Markierte wird zum Gegenstand moralischer Empörung, denn er weist durch sein Dasein in beschämender Weise auf die Schuld seiner Mitwelt und das Unrecht, das ihm durch sie angetan wurde. Der Markierte wird so zum Mal ihrer Schändlichkeit. Allein durch seine Sichtbarkeit weist er auf die Täter und ihre scheinbar unbescholtenen Kumpanen. So empfanden nach dem Zweiten Weltkrieg viele Deutsche die „Displaced People“ (DP) ‑ das waren durch Krieg, Verfolgung und Internierung heimatlos gewordene Menschen ‑ als ein Zeichen ihrer Schande, da sie durch sie an ihr eigenes schuldhaftes Handeln und Mitläufertum erinnert wurden. Die Anwesenheit des Verfolgten in ihrer Nähe, war ihnen darum ein Greuel. Weiterlesen