Blasen, nichts als Blasen

Von Mtag – Eigenes Werk, CC0,

In der Ludwigskirche in München findet sich das zweitgrößte Altarfresko der Welt. Es wurde von Peter von Cornelius gemalt, der bei den Nazarenern, einer romantische Künstlergruppierung, maßgebend war. Das Fresko zeigt das Jüngste Gericht, oder auf die sozialen Internetmedien übertragen die Filterblase Jesus, samt seiner Trolle. Denn zu seiner Rechten fahren die Guten, vorwiegend Frauen und Kleriker in den Himmel, während zu seiner Linken die Sünder in die Hölle fallen. Dazu ein illustratives Aperçu, zur Linken des Herrn, fährt auch der Geheimrat Goethe (zweite Reihe von unten rechts) ob seiner Völlerei ins Fegefeuer. Allerdings ist sein Körper gut definiert, was wohl eher als eine zynisch paradoxe Anspielung auf seine tatsächliche Leibesfülle zu verstehen ist.

Jedenfalls ist in diesem Fresko alles enthalten, was der Heiland für seine funktionierende Welt brauchte: Jünger und Feinde. Feinde waren alle, die nicht seine Anhänger waren, also Römer und bibeltreue Juden, die sich von seinen kruden Ideen unbeeindruckt zeigten. Krude waren seine Ideen aus jüdischer Sicht allemal. Als Prophet hätte man ihn womöglich noch toleriert, aber als Gottessohn niemals. Das war Blasphemie. Weiterlesen