Zeichen setzen

Cabame © Matthias Mala

Cabame © Matthias Mala

 Am Vorabend zu Heilig Drei König hatte er die Cabame von der Haustüre gewischt und ein Stück Kreide zur Weihe in Salz gelegt. Cabame heißt das Zeichen der Sternsinger. Doch bei ihm kommen schon lange keine Sternsinger mehr vorbei. Er gilt dem Pfarrer als Heide, weil er so ganz eigene Vorstellungen von Gott und der Welt hat. Am Dreikönigsmorgen ging er räuchernd durch sein Haus und räucherte in allen Räumen die Ecken aus, um die Geister und schlechten Stimmungen, die sich dort übers Jahr eingenistet haben mögen, zu vertreiben. Schließlich ließ er frische Luft über die Haustüre herein und zeichnete die Cabame für dieses Jahr auf das Türblatt. Er räucherte davor, machte Kreuzzeichen und sprach ein Gebet. Dann ging er singend mit der Weihrauchampel erneut durch alle Räume und räucherte sie aus. Schließlich öffnete er die Fenster und frische Winterluft durchflutete das ganze Haus. Wohlgefühl und Frieden umstimmten ihn. Es war ein guter Morgen. Es war ein guter Anfang. Weiterlesen

Himmlische Synchronizitäten

Heilige Drei Könige © Matthias Mala

Heilige Drei Könige © Matthias Mala

Blickt man zurzeit in den Nachthimmel sieht man den Mond in etwa auf der Bahn, die die Sonne im Sommer beschreibt (großer Tagbogen); dagegen läuft die Sonne auf der sommerlichen Mondbahn (kleiner Tagbogen). Da die Mondscheibe in ihrer Größe in etwa der Sonnenscheibe entspricht, ist zumindest der volle Mond ein ihr entsprechendes Licht in der Dunkelheit. Diese Beobachtung fand wie so viele Himmelsbeobachtungen schon vor vielen Jahrtausenden Eingang in unsere Religionen. Als einander metaphysisch gleichwertige Gestirne verkörpert seitdem die Sonne das männliche und der Mond das weibliche Prinzip. Im Christentum vertritt die Jungfrau Maria die einstige Mondgöttin. Im auferstandenen Christus mag man die alte Sonnengottheit erkennen.

Jedenfalls sahen unsere Ahnen in der gleichen Größe von Sonne- und Mondscheibe keinen Zufall, sondern ein göttliches Zeichen. Weiterlesen