All Ein Sein

Sommertage © Matthias Mala

Sommertage © Matthias Mala

Es war ein heißer Tag, draußen brütete die Sonne. Die Stadt glühte förmlich, es war staubig und die Menschen schwitzten, rochen und waren grantig. Nur dort, wo es Kühlung gab, an den Brunnen, in den Freibädern oder in klimatisierten Kinos und Museen, wandelten sich die Menschen wieder, wurden freundlich und waren einander zugewandt.

In der Wohnung war es angenehm lau. Die Fensterläden waren geschlossen, die Fenster dahinter geöffnet. Das Licht war gedämpft, und es wehte eine kühlende Brise durch die Räume; denn die Türen standen offen und so konnte sich die Luft von der Schattenseite des Hauses zu seiner Sonnenseite austauschen. Die Gardinen blähten sich ab und an. Es tat gut, hier zu sitzen und eine kühle Limonade von frisch gepressten Limonen zu trinken. Man träumte, lauschte leiser Musik und plauderte.

Am Abend zog ein Gewitter auf. Während draußen die Temperaturen durch den Platzregen sanken, staute sich die verbliebene Wärme in der Wohnung. Nun war es in den Räumen stickig. Man ging hinaus auf die Terrasse und beobachtete das Unwetter. Als es abgezogen war, war es sehr still. Der Regen tropfte von den Blättern und die reglosen Bäume entfalteten nach der Erfrischung ihre Aura weit in die Dunkelheit hinein. Weiterlesen