Julienne

Julienne © Matthias Mala

Julienne © Matthias Mala

Eine Möhre schälen. Eine Zucchini waschen, Blüte und Stil abschneiden. Ein Stück Sellerie putzen. Alles neben das Schneidbrett legen. Das Messer über den Wetzstahl ziehen, zwei, drei Züge, dann mit dem Schneiden beginnen. Die Möhre in millimeterdünne Scheiben schneiden. Die Scheiben schichten und nun in ebenso dünne Streifen schneiden. Die Streifen löffelgerecht kürzen. Das gleiche mit den beiden anderen Gemüsen wiederholen. Fertig sind die Julienne für Suppe, Salat oder Fisch, als Einlage, Füllung oder Gemüsebett. Man kann sie roh verwenden, blanchieren, kandieren oder in Fett kurz andünsten. Sie geben vielen Speisen Farbe und Geschmack.

Entscheidend für gelungene Julienne ist ihr feiner Schnitt. Er gelingt nur durch Übung. Und die Übung gelingt nur mit Bedachtsamkeit. Das Messer muss scharf sein. Die Scheiben und danach die Streifen sollen gleichmäßig geschnitten sein. Dazu muss der Schnitt mit ruhiger fester Hand gesetzt werden; das bedeutet schneiden und nicht spalten. Mit ausreichender Übung werden die Julienne allmählich gleichmäßiger und von Mal zu Mal gelingen sie schneller. Und dennoch jede Zubereitung ist ein neuer Akt, jedesmal wieder frische Konzentration und saubere Messerführung. Weiterlesen

Wissen

Wissen © Matthias Mala

Wissen © Matthias Mala

Dass er weiß, dass er nichts weiß, zählte zu seinen Standardsätzen. Doch dafür wusste der Swami recht viel. So kannte er zum Beispiel die Abläufe der Reinkarnation; sah auf den ersten Blick, wer welchen spirituellen Grad erreicht hatte; war bewandert in allen Graden der Erleuchtung und vertraut mit den Weisen von Akasha, mit denen er sich im Geiste regelmäßig beriet. Er sprach viel zu seinen Adepten über all das, von dem er vorgeblich nichts wusste. Man lauschte ihm ehrfürchtig, auch wenn sich seine Botschaften nur wenig von dem unterschieden, was seit hundert und mehr Jahren von fernöstlichen Gurus zu uns getragen wurde. Ja, gerade weil sich seine Rede von deren kaum unterschied, waren seine Adepten davon überzeugt, dass er von den Meistern direkt inspiriert wurde.

Aus der steten Beschäftigung mit seinem Glauben entsteht häufig Glaubensgewissheit; dabei handelt es sich um eine Glaubensüberzeugung, die einem Wissen um das Geglaubte gleichkommt. Hierdurch wird der Glauben zur Wahrheit. Das Geglaubte wird für den Gläubigen objektiv und ist ihm fortan eine wahrnehmbare Größe in der Welt. Weiterlesen