Stille Kommunikation

Stille Kommunikation © Matthias Mala

Stille Kommunikation © Matthias Mala

Noch vor gar nicht so langer Zeit lebten drei Äbte, die man die drei Meister nannte. Ein jeder stand einem altehrwürdigen Kloster vor und lehrte dort Mönchen wie Laien. Sie waren hochgeschätzt, und viele Menschen kamen zu ihren Vorlesungen. Doch der weltliche Trubel ließ ihnen nur noch wenig Beschaulichkeit und zehrte an ihrer Spiritualität. Also berieten sie sich miteinander und beschlossen, fortan in Klausur zu leben. Zu diesem Zweck zogen sie sich in die Einsamkeit der Berge zurück.

Ein jeder bezog eine Einsiedelei auf einem eigenen Berg in Gipfelnähe. Dort meditierten sie und rückten so allmählich der Glückseligkeit wieder Stück um Stück näher. Man sprach deswegen von den drei Bergen auch vom Meistergebirge. Einmal im Jahr zur Sommersonnenwende stiegen die drei Meister von ihren Gipfeln herab und trafen sich im Tal, es hieß darob auch das Tal der Meister. Zahlreiche Menschen pilgerten zur selben Zeit herbei, um die Treffen zu beobachten, denn die Meister erörterten dabei hochgeistliche Themen. Sie sprachen über Gott und die Welt und wie das Leid der Menschen gemildert werden könnte. Weiterlesen

Wissen

Wissen © Matthias Mala

Wissen © Matthias Mala

Dass er weiß, dass er nichts weiß, zählte zu seinen Standardsätzen. Doch dafür wusste der Swami recht viel. So kannte er zum Beispiel die Abläufe der Reinkarnation; sah auf den ersten Blick, wer welchen spirituellen Grad erreicht hatte; war bewandert in allen Graden der Erleuchtung und vertraut mit den Weisen von Akasha, mit denen er sich im Geiste regelmäßig beriet. Er sprach viel zu seinen Adepten über all das, von dem er vorgeblich nichts wusste. Man lauschte ihm ehrfürchtig, auch wenn sich seine Botschaften nur wenig von dem unterschieden, was seit hundert und mehr Jahren von fernöstlichen Gurus zu uns getragen wurde. Ja, gerade weil sich seine Rede von deren kaum unterschied, waren seine Adepten davon überzeugt, dass er von den Meistern direkt inspiriert wurde.

Aus der steten Beschäftigung mit seinem Glauben entsteht häufig Glaubensgewissheit; dabei handelt es sich um eine Glaubensüberzeugung, die einem Wissen um das Geglaubte gleichkommt. Hierdurch wird der Glauben zur Wahrheit. Das Geglaubte wird für den Gläubigen objektiv und ist ihm fortan eine wahrnehmbare Größe in der Welt. Weiterlesen