Verdorben

Kackender Gott © Matthias Mala

Rubinette ist eine Apfelsorte, die im Herbst und Winter wohlschmeckend ist. Mit Beginn des Frühjahrs überlagert der Apfel rasant und verdirbt von innen heraus. Äußerlich sieht er dann zwar noch köstlich aus, doch unter seiner Schale ist er faul.

Sieht man sich die katholische Kirche an, glänzt sie noch in aller Pracht, doch in sich ist sie verdorben. Allerdings ist dies kein abnormer Zustand, sondern die Normalität. Seit der konstantinischen Wende ist die katholische Kirche korrupt und zwar sowohl im Sinne von bestechlich als auch von moralisch verdorben. Denn mit der Anlehnung an die politische Macht wurden ihre Priester auch mächtig genug, ihren Sexualtrieb mit wem und wie sie wollten zu stillen. Die kirchliche Sexualmoral galt nur für das Volk, während die Geistlichkeit über jeglicher Sünde stand, egal wie sündhaft sie sich verhielt. Weiterlesen

Uniform

Uniform © Matthias Mala

Uniform © Matthias Mala

Kleiderordnungen gibt es seit jeher und aus vielfältigen Gründen. Die römischen Kaiser leisteten sich beispielsweise purpurne Togen, die vom Blut tausender Purpurschnecken gefärbt waren. Im Mittelalter mussten Juden, Huren und Aussätzige gelbe Kleider tragen, damit der brave Bürger einen großen Bogen um sie schlagen konnte. In der Mode uniformieren wir uns ohnehin und folgen ihrem Diktat, auch wenn es noch so unsinnig ist. So wunderten sich beispielsweise viele Frauen, als die Mode Bauchfreiheit verlangte, warum sie gerade in der unbekleideten Zone wieder Babyspeck ansetzten. Dabei war der Zuwachs ganz natürlich. Weil durch die Entblößung in diesem Bereich die Körpertemperatur sank, sorgte der Körper von sich aus für mehr Isolation. Anders vor 220 Jahren, als der Empirestil den Rokoko ablöste, siechten die Frauen dahin, weil die modebewusste Dame damals auch im Winter hauchdünne durchsichtige Kleider trug. Während sie sich noch wenige Jahre davor, im Rokoko, mit Bleiweiß als Schminke tiefe Narben ins Gesicht ätzten, als die Mode nach bleichem Teint verlangte. Aktuell gibt man viel Geld aus, um sich eine zerrissene Jeans zu leisten. Ein Irrwitz über den man aber erst in etlichen Jahren den Kopf schütteln wird. Indessen hatte eine Mode selten so lange Bestand wie zum Beispiel das dem Biedermeier entstammende Dirndl. Die Jeans ist dagegen erst seit rund 50 Jahren Trend und wird wohl kaum je zur Tracht werden.

Beim Militär war und ist die Uniformierung überlebenswichtig, damit man im Schlachtgetümmel seinem Feind und nicht seinem Freund den Schädel einschlug. Auch hat die Uniform für die Soldaten einen hohen Identifikationswert. Den Rock des Kaisers zu tragen, war einst Teil der Mannesehre und ist es unter Soldaten noch immer, auch wenn man sich inzwischen für Parlament und Vaterland die Uniform anlegt und sich in Lebensgefahr begibt. Nur im Gegensatz zum Kaiserreich ist heute auch die militärische Uniform aus dem Straßenbild verschwunden.

Fasching der Gesinnung

Wir kleiden uns nicht nur, weil es uns so gefällt, sondern weil wir über unsere Kleidung sozialen Status und Gruppenzugehörigkeit signalisieren. So braucht es nur wenig, um sich von der Masse abzugrenzen und an sich selbst zu erleben, wie Kleider Leute machen. Diese Absonderung geschieht vor allem durch jene, die uns betrachten und weniger durch uns selbst. Im Fasching schlüpfen wir verkleidet in eine andere Rolle. Doch da sich zu diesem Anlass immer weniger wirklich verkleiden, darf man annehmen, dass ihre Alltagskleidung auch ihre alltägliche Verkleidung ist. Sie bleiben uniformiert. Gerade deswegen ist jede Abweichung auffällig und verlangt vom Betrachter eine Positionierung in dem Sinne: Wie gehe ich mit dem Nonkonformen um? Weiterlesen

Immergleich

Südfriedhof © Matthias Mala

Südfriedhof © Matthias Mala

Das Radio läuft. Launig erzählt jemand, wie ein Abt vor mehr als tausend Jahren Straßen in den Wald bauen ließ, um die Rodungen voranzutreiben. Zugleich fällt mir dazu ein, wie diese braven Mönche Wotaneichen abholzten, um die Machtlosigkeit der heidnischen Götter zu demonstrieren. Manch einer dieser Mönche bezahlte zwar seinen Frevel mit dem Leben, doch wurde er darauf zum Märtyrer und Heiligen. Gleichzeitig assoziiere ich zu islamischen Märtyrer, nach denen heute Moscheen und Schulen benannt werden. Doch zurück zu den Mönchen, die in den Lebensraum der Heiden eindrangen, ihnen ihren Glauben aufdrängten und im Gegenzug ihre Rituale und Bräuche übernahmen und umdeuteten. Damit verschwand deren Kultur, und wer sich dennoch dem neuen Glauben verweigerte, büßte mit seinem Leben. So löste unsere christliche Kultur die heidnische ab. Und weiter dachte ich, was hier so launig erzählt wurde, wird in anderer Weise in China erzählt, wo man aktuell die Kulturrevolution und Mao heroisiert. Der millionenfache Mord und die herrschsüchtige Vereinnahmung der Gedanken durch die revolutionären Garden, unterscheiden sich prinzipiell nicht von den Untaten der Mönche, Mullahs und allen anderen Missionaren, die die Menschheit mit ihren Ideen beglücken wollen. „Denkt so wie ich und alles wird gut“, so die immer wiederkehrende Begründung der wahnhaften Menschheitsbeglücker.

Derart motiviert wurden im Laufe der Menschheitsgeschichte Abermillionen Menschen ermordet und Männer in Kriegen verheizt. Weiterlesen

Uns zum Ebenbilde

Uns zum Ebenbild © Matthias Mala

Uns zum Ebenbild © Matthias Mala

Als wir Menschen noch in Höhlen lebten, machten wir aus Blitz und Donner Götter. Wir konnten uns die Wettererscheinung nicht erklären, also versuchten wir, sie uns zu deuten. Und weil Blitze töten und Feuer entfachen konnten, waren sie erkennbar mächtiger als wir. Zudem vermuteten wir, dass das, was so viel mächtiger als wir war, uns auch beherrschen konnte. Folglich machten wir uns diese Macht durch Geschenke wohlgesonnen. Womit wir unser eigenes Verhalten auf die unerklärliche Macht projizierten. Wie oben so unten, ist der magische Grundsatz, der hierbei zur Geltung kommt und gewissermaßen durch seine Verkehrung der Wirklichkeit fast wie ein Gottesbeweis verstanden werden kann. In jedem Fall war ein derartiges intuitives magisches Verständnis eine erste Manifestation von Religion. Mit diesem Fundament ließ sich jedenfalls leichthin durch logische Deduktion manch prächtige Religion ausbilden.

Denn unsere Umdeutung von Blitz und Donner zu Thor und Jupiter war eine Deutung nach dem Prinzip wie unten, so oben. Wir schrieben unsere Klanstrukturen in den Himmel hinein, und nahmen diese Zuschreibung wiederum als Beleg für die Existenz der Gottheit, der wir fortan opferten, um sie uns gefällig zu machen. Ein Zirkelschluss, der nicht so lange Bestand gehabt hätte, wenn nicht die Priesterkaste damit auch ihre Herrschaft begründen konnte und weiterhin begründet. Schließlich funktioniert dieses magische Similiaritätsprinzip unter anderem auch heute noch unter dem Namen komplementäre Medizin als anscheinende Wissenschaft. Warum also sollte die Religion nicht wie eh und je als vermeintliche Geisteswissenschaft heute noch Bestand haben. Dementsprechend benützen wir im heutigen Eklektizismus, bei dem sich jedermann seine Religion aus Esoterik und Quantenphysik nach Gutdünken zusammenschustert, die gleichen Muster verquerer Logik, um zu deuten, was wir nicht begreifen können. In der Folge glauben wir, weil wir unser Unwissen in den Himmel hineingeschrieben haben, dass es von dort aus auf uns, als uns erhellende Wirklichkeit, niederkommt.

Es ist das uralte Gedankenspiel mit der Verschiedenheit von Substanz und Akzidenz, dem Wesentlichen und Unwesentlichen. Weiterlesen

Geistlose Geschwätzigkeit

Wahrheit © Matthias Mala

Wahrheit © Matthias Mala

Treten wir durch stille Betrachtung unseres Seins und Mitseins in jene Sphäre über, in der die Betrachtung nicht mehr die unsere, sondern scheinbar eine fremde ist, also in jenen geistigen Ausnahmezustand der Mystiker ein, in dem sie von ihrer Mitwelt schlicht für irre gehalten und womöglich später heiliggesprochen wurden, dann … Dann gibt es zwei Möglichkeiten: entweder wir verstummen, weil uns das Unermessliche überwältigte, oder aber wir werden geschwätzig und beginnen, wie Pfingstler zu stammeln, indem wir das Unermessliche in die begrenzte Dimension der Worte zwängen wollen. Was dabei herauskommt, vermitteln uns die Religionen seit einer gefühlten Ewigkeit.

Kündete doch Johannes mit dem ersten Satz seines Evangeliums in gnostischer Manier von der Macht des Wortes: „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott“. Und er erzählt weiter, wie der Seelenfunkenfischer, der Archont Jesus Christus, auf die Erde niederkam, Weiterlesen

Gedenktag der Vertreibung

Das letzte große Pogrom in Europa fand 1968 in Polen statt, als Gomulka die restlichen nach dem Hollocaust verbliebenen polnischen Juden aus dem Land warf. Er machte sie für seine Misswirtschaft und für das Anwachsen der Opposition gegen sein Regime verantwortlich (siehe Bericht von hagalil.com).

In der arabischen „Jasmin-Revolution“ (2010/2011) wurden die letzten noch in arabischen Ländern lebenden Juden vertrieben. Seitdem sind die arabischen Länder so gut wie „judenfrei“.

Es waren hier wie dort nicht nur politische, sondern auch religiöse Motive, die die Machthaber veranlassten, ihre jüdischen Bürger zu vertreiben. Oberflächlich gesehen mögen die Motive Vergeltung und Antisemitismus sein. Antisemitismus halten manche Psychologen gar für eine neurotische Störung. Weiterlesen

Zombiade oder Gedankenblüte

ideologische Zombiade © Matthias Mala

ideologische Zombiade © Matthias Mala

Verzaubertes Laub
Reigen mit dem Sonnenschein
Schönheit zum Weinen.

Jahreszeiten ohne Ende. Jahraus, jahrein, wechselt das Licht, wandelt sich das Wetter und bleibt dennoch scheinbar gleich. Doch in Wirklichkeit ist das einzige, was gilt, das nichts gleich, jedoch sich vieles ähnlich bleibt. So wissen wir heute, dass die Alpen um 400 v. Chr., als Makedoniens Aufstieg zur Großmacht begann, und eineinhalbtausend Jahre später, als Kaiser Heinrich IV. sich zum Bußgang nach Canossa aufmachte, eisfrei waren. Damals, so wird berichtet, badeten die Leute zu Weihnachten im Rhein. Der Wechsel von wärmeren zu kälteren Zeiten ist ein natürlicher Zyklus, der uns kaum auffällt, da ein Menschenleben hierfür meist zu kurz ist.

Dafür erscheinen uns menschliche Zyklen zwischen Krieg und Frieden, Freiheit und Bevormundung oder von Skandal zu Skandal viel zu dicht, so dass wir meinen, das ganze Wechselspiel von Mit- und Gegeneinander sei eine unglaubliche Hatz. Dabei ist der stete Wechsel von gemütlicher Gemeinsamkeit zur feindlichen Schrecklichkeit ein Kontinuum unter Menschen und der Natur überhaupt.

Beständig ist nur der Wandel; weshalb die Unbeständigkeit per se das einzig verlässliche bleibt. Demnach ist der Augenblick die längste Weile – oder Einheit – von wirklichem Bestand. Weil aber das Leben kein Fotoapparat ist, wird aus dem Augenblick Zeit und aus der Zeit Geschichte. Erst im Rückblick erkennen wir unsere Entwicklung vom Kind zum Greis. Sähen wir in ihr auch nur einen Moment des Stillstands, entspräche das der Beschauung unseres Exitus. Weiterlesen

Kindermönche, die Schande der Mönche

Schande der Mönche © Matthias Mala

Schande der Mönche © Matthias Mala

Mal angenommen …

Stellen Sie sich vor … Nein, versuchen Sie, es sich vorzustellen, denn ein gesunder Mensch kann es sich nicht vorstellen: Tausende von Mädchen werden von ihrem fünften Lebensjahr an in Klöstern von Nonnen erzogen. Sie sehen ihre Familie so gut wie nicht mehr. Sie müssen beten und arbeiten und unterliegen einem strengen Regiment. Darüberhinaus werden sie von den Nonnen sexuell missbraucht. Und niemanden stört das. Ja, die meisten Menschen finden diese Erziehung sogar vorbildlich und bewundern die Frömmigkeit der Mädchen und schwärmen von ihrer Heiterkeit, weil es ihnen in den Klöstern so sichtbar gut geht.

Und wenn Ihnen jemand sagt, so etwas geschieht tatsächlich, dann würden Sie es nicht glauben wollen und denken, der Berichterstatter sei ein boshafter Lügner. Aber ich versichere Ihnen, es geschieht dennoch, tagtäglich auf der Welt. Nur nicht mit Mädchen, sondern mit Jungen. Sie werden in buddhistischen Klöstern kaserniert, zum Betteln geschickt, sie müssen arbeiten und beten, und sie werden von erwachsenen Mönchen sexuell missbraucht. Ihre Seele wird zertrümmert und sie sind für den Rest ihres Lebens schwer traumatisiert. Und es interessiert so gut wie niemanden auf der Welt. Dafür werden nette Geschichten von der Fröhlichkeit und Frömmigkeit der Kindermönche gesponnen.

Des Menschen Recht gilt nicht dem Kind

Kaum jemand fragt sich, ob ein Dasein als Kindermönch nicht gegen die Menschenrechte eines Kindes verstößt. Dabei ist es ein schwerer Verstoß gegen die Kinderrechtskonvention der UN und nicht minder verachtenswert, als wenn man Jungen als Kindersoldaten rekrutiert. Und kein Tourist käme je auf die Idee, in ein Land zu reisen, um dort Kindersoldaten für sein Fotoalbum daheim zu fotografieren, weil sie so niedlich in ihren Uniformen und mit ihren geschulterten Gewehren aussehen. Doch in Ostasien ist der Besuch buddhistischer Klöster mit Fotoshooting von Kindermönchen fest im Programm der Reiseveranstalter.

Gutmenschliche Schmerzlosigkeit

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