Verworten

© Matthias Mala

Einen Stein ins Wasser werfen
Und die schlagenden Wellen spotten.

Der Stein war gefunden,
Die Wellen zuvor stiller Spiegel.

Der Werfer brüstet sich
Ob seiner Schöpfung.

Der Stein versinkt,
Der Spiegel glättet sich.

Wartend auf den Wind,
Der mit den Wellen tanzt.

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Dankgebet

Engel auf Blaubeertupfer © Matthias Mala

Engel auf Vlies aus einem Blaubeerkorb © Matthias Mala

Du, mein höchst Geliebtes, mein schönstes Licht. Du, mein All Ein Sein!

Ich danke Dir, dass Du mir Tag für Tag meinen Weg zeigst und mich auf diesem Pfad führst und begleitest. Ich danke Dir, dass Du mir in Liebe nahe bist und mich tröstend wiegst.

Ich danke Dir für Deinen Zuspruch und Deine Liebe.

Ich danke Dir, dass Du mich beschützt und zum Guten leitest.

Ich danke Dir, dass Du mir vergibst, wenn ich mit Dir hadere und an Deiner Liebe zweifle.

Du, mein All Ein Sein, ich bin ein schwacher Mensch, doch mit Dir wird mir kein Übel je zum Übel werden. Ich bleibe im Glück wie in der Not in Dir geborgen und von Dir behütet. Dafür danke ich Dir, mein All Ein.

Die Geborgenheit in Dir ist mir Segen und Glückseligkeit. Dieses Heil will ich mir bewahren, auf dass mir Deine Liebe niemals fehlt. Ich vertraue auf Deine Kraft und Güte und werde sie als Deinen Segen an meinen nächsten weiterreichen. Dafür danke ich Dir, mein All Ein.

Allein durch Dich und Deine Barmherzigkeit bin ich begnadet. Dafür danke ich Dir, mein All Ein.

Du, mein All Ein Sein, stärke meine Zuversicht, auf dass ich darauf vertraue, dereinst einzugehen in dein holdes Licht; so wie ich heute deinen Segen schauen darf. Dafür danke ich Dir, mein All Ein.

Amen.

 

Zen und die Lust, ein Rasiermesser zu führen

Messerrasur © Matthias Mala

Messerrasur © Matthias Mala

Blitzender Schmerz. Die Hand mit dem Messer schnellt zurück. Du blickst in den Spiegel, auf den weißen Schaum, nichts ist zu sehen. Ein, zwei Wimpernschläge später, nur so lang wie der Donner dem Blitz nacheilt, färbt ein hellroter Strich die schaumigen Flocken. Du setzt das Messer wieder an, grollst mit dir ob deiner Unachtsamkeit, führst die Klinge nun schräg zum Schnitt, um die Haut nicht weiter zu öffnen und doch die gewohnte Glätte in dein Gesicht zu schleifen.

Nachdem du dir die Schaumreste von den Wangen gewaschen hast, wirst du genüsslich über dein Gesicht streichen und einmal mehr jugendfrischen Samt ertasten. Eine selbstverliebte Berührung widerborstenfreier Haut. Dann aber wird sich der haarfeine Faden der Fissur wieder zeigen, hellrot, blutfrisch. Du wirst darüber wischen, doch das Blut wird weiter in einer dünnen Linie aus deiner Wange perlen. Der Schnitt wird dunkeln und du wirst den Makel wie die Narbe aus einer Mensur durch den Tag tragen. Morgen wird die Linie verblasst sein, zu fein ist die Fissur, als dass sie eine Nacht überdauert. Dafür werden die Frauen, die dir heute auf die Wange blicken, an deine Katze denken, die dich beim Schmusen kratzte. Weiterlesen

Kundalini, der Himmel in uns

Kundalini-Mudra © Matthias Mala

Kundalini-Mudra © Matthias Mala

In meinem Buch „Kundalini-Mudra“ beschrieb ich eine Mudra-Meditation, durch die Sie Ihre Kundalinikraft auf sanfte Weise anregen können. Im Nachspann zu dieser Meditation erläutere ich auch den astronomischen Hintergrund zum Kundalinimythos. Schließlich basieren sehr viele grundlegende religiöse Mythen auf Naturerscheinungen. Unser spirituelles Weltbild wäre demnach auch ein völlig anderes, wenn wir auf dem Mars leben würden, denn die Himmelslichter würden uns von dort vollkommen anders leuchten. So umkreisen den Mars zwei Klumpenmonde und der hellste Wandelstern wäre für die Menschen dort Jupiter, wahrscheinlich könnten sie auch Uranus als grünlich glänzenden Punkt am Nachthimmel sehen. Inwieweit sich aus dieser Sicht ein analoges spiritussomatisches Geschehen ähnlich dem Kundalinimythos entwickeln könnte bleibt Spekulation, denn auch unser Körper wäre bei nur einem Siebtel der Erdmasse ein anderer als hienieden.

Die nachstehende Beschreibung der Analogie von geozentrischer Astronomie und der Schlangenkraft in uns erschloss sich mir als ein Ergebnis meiner Experimente bei der Erforschung der Kundalini. Ich meine, dass dieses Wissen für jeden Interessierten auch den Umgang mit der erweckten Kundalini etwas entmystifiziert und ihn hierdurch praktikabler macht. Das Geschehen wird verständlicher, sobald man die Kraft auch als ein Abbild des Himmels in sich versteht. Es wird ein wenig profaner, rückt uns aber zugleich näher und wird uns dadurch menschlicher. Damit wird Kundalini erst zu einer wahrhaft lebendigen, weil gelebten Kraft.

Ausschnitt aus dem Kapitel „Abschließende Betrachtung der Schlangenkraft“ Weiterlesen

Stille Kommunikation

Stille Kommunikation © Matthias Mala

Stille Kommunikation © Matthias Mala

Noch vor gar nicht so langer Zeit lebten drei Äbte, die man die drei Meister nannte. Ein jeder stand einem altehrwürdigen Kloster vor und lehrte dort Mönchen wie Laien. Sie waren hochgeschätzt, und viele Menschen kamen zu ihren Vorlesungen. Doch der weltliche Trubel ließ ihnen nur noch wenig Beschaulichkeit und zehrte an ihrer Spiritualität. Also berieten sie sich miteinander und beschlossen, fortan in Klausur zu leben. Zu diesem Zweck zogen sie sich in die Einsamkeit der Berge zurück.

Ein jeder bezog eine Einsiedelei auf einem eigenen Berg in Gipfelnähe. Dort meditierten sie und rückten so allmählich der Glückseligkeit wieder Stück um Stück näher. Man sprach deswegen von den drei Bergen auch vom Meistergebirge. Einmal im Jahr zur Sommersonnenwende stiegen die drei Meister von ihren Gipfeln herab und trafen sich im Tal, es hieß darob auch das Tal der Meister. Zahlreiche Menschen pilgerten zur selben Zeit herbei, um die Treffen zu beobachten, denn die Meister erörterten dabei hochgeistliche Themen. Sie sprachen über Gott und die Welt und wie das Leid der Menschen gemildert werden könnte. Weiterlesen

Sehen, was ist

Weg in und aus einem Labyrinth © Matthias Mala

Weg in und aus einem Labyrinth © Matthias Mala

Vor ihr lag das vor Jahrtausenden von einem Gletscher ausgewaschene Tal. Sie blickte hinab und sah, wie die Menschen beschäftigt hin- und herfuhren. Das Surren der Motoren drang leise bis zu ihr hinauf. Die Schatten der Bäume drehten über den Tag von Westen nach Osten. Wolkenschatten tanzten die Hänge hinauf und hinab. Die Farben des Tals veränderten sich mit dem Sonnenlauf. Nie war das Bild gleich.

Sie saß öfters an diesem Fleck, um ins Tal zu blicken und die Bewegungen dort unten aus der Stille um ihre Hütte zu betrachten. Oft erfasste sie dabei Frieden und ließ sie einfach nur schauen, hören und riechen. Da war keine Ablenkung, jede Bewegung ob in der Nähe am Haus oder in der Tiefe im Tal war gleichwertig. Nichts hob sich hervor. Allein übers Jahr veränderten sich die Stimmung, die Farbe, der Duft und auch die Geräusche, um im nächsten Jahr im gleichen Rhythmus wieder zu erstehen. Ihre Schau war häufig stille Einsicht. Weiterlesen

Bewegte Stille

Stille © Matthias Mala

Stille © Matthias Mala

 Mit einem Male war es still in der Schwimmhalle. Ich zog jetzt meine Bahnen alleine im Becken. An Laut war nur noch das blubbernde Geräusch meines Atems unter Wasser, das rhythmische Plätschern der Schwimmbewegung und das ferne Strömen der Wasserumwälzung. Leise war es nicht, doch dafür still, denn es kehrte Ruhe in mir ein und das Schwimmen wurde zur Meditation.

Was ist an Stille so heilig, dass wir sie so erhöhen? Wieviel Geräusch lässt Stille zu? Wann ist Stille unerträglich? Ist Gott still? Weiterlesen