Auberginengemüse mit Reis und Cashewkernen

Aubergine

Aubergine © Matthias Mala

Nebenbei: Dieser Tage kreierte ich auf die schnelle aus den Resten zum Wochenende im Gemüsefach meines Kühlschrankes ein Auberginengericht, das auch schnell zubereitet war, während im Ofen ein paar Hähnchenschenkel brieten.

Als Beilage für Fleisch oder Fischgericht für 2 Personen

1 Aubergine
1 Schalotte
1 Mohrrübe
1 Knoblauchzehe
4 Salbeiblätter
1 Tomate
1 Handvoll Cashewkerne
1 halbe Tasse Reis
etwas Zitronensaft und Zitronenzesten
Tomatenmark, süßer Paprika, Zucker, Salz, Chili, Petersilie.

Vorbereitung

Aubergine einstechen oder aufschlitzen. 10 Minuten in der Mikrowelle garen. Das weiche Fruchtfleisch aus der Haut löffeln und zu Mus kleinschneiden.

Die Mohrrübe der Länge nach vierteln und in kleine Würfel schneiden.

Die Tomate ebenfalls in kleinschneiden.

Den Reis (Basmati) garen.

Zubereitung

Gehackte Schalotte mit Mohrrüben in Pfanne oder Tiegel anschmorren; gehackte Knoblauchzehe und Salbei dazu. Das Auberginenmus hinzu. Kurz rühren. Mit wenig Wasser angießen. Ein Teelöffel Tomatenmark und etwas Paprikapulver hinzu. Nochmal etwas angießen. Tomate und Zitronenzesten hinzu. Deckel auf die Pfanne. Nach drei Minuten abheben. Mit Zitronensaft, Zucker, Salz und Chili abschmecken. Für eine Minute abdecken, dann Cashewkerne und Reis unterrühren.

Wohl bekomm’s.

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Ein Mensch verschwindet

Auflösung © Matthias Mala

Wieder einmal kann ich beobachten, wie ein Mensch allmählich bei lebendigem Leib verschwindet. Es ist eine ältere Frau, die zunehmend dement wird. Sie war ihrer Lebtag eine zwiespältige Person. Sie hielt sich für herzensgut, war es aber nur selten. Völlig niederträchtig war sie aber auch nie. Manchmal schon, aber nicht ausnahmslos. Sie war schlicht eine Narzisstin, die ihre Mitwelt in ihrem Sinne kontrollieren und beherrschen wollte. Sie war das stabile Zentrum ihrer Welt, um das alle anderen Menschen zu kreisen hatten. Wer sich diesem Planetengetriebe widersetzte, der war wenig gelitten und wurde immer wieder attackiert, und wenn es ging, auch bloßgestellt.

Nun aber verwischt sich all das, es ist noch da, wird von ihr auch immer wieder aufgezogen; indes es ist im Prinzip nur Schmierentheater eines eingefleischten Klischees, um sich selbst für seine Mitwelt darzustellen. Sie wurde zum Abklatsch ihrer selbst, nur noch bemüht, wie einst zu triggern, auf das sich andere so verhalten, wie es ihrem Bild von ihnen entspricht – Schmiere eben -. Man ärgert sich über die gleichen alten Bosheiten von ihr und hört die immergleichen Vorurteile, nur die Person, die sie einst ausstieß, zischte oder mit verächtlichem Lachen begleitete, steht nicht mehr dahinter. So lebt die Alte eine eingeübte Rolle, um sich wohl einen letzten Zusammenhalt ihrer Person zu bewahren. Weiterlesen

Beschauung als ersichtliche Kommunikation

Pfingstrosen © Matthias Mala

Es war ein lauer Frühlingsabend. Das Wochenende begann, von der Straße her hörte man das ferne Schnattern der Bummler. Wir saßen im Loft eines Verlages bei offenen Fenstern. Es waren viele Leute da, denn es wurde ein Buch vorgestellt. Mit einem Kollegen kam ich über Krishnamurti ins plaudern. Wir sprachen über seine Ansicht von Wahrnehmung und Lernen, die sich nun mal erheblich von der üblichen Erfahrung und dem didaktischen Wissen der Pädagogen unterschied. Krishnamurti war der Ansicht, dass wir nur dann etwas wahrhaft wahrnehmen, wenn wir es unvoreingenommen schauen und dabei nicht bedenken. Er meinte also, rezeptive als auch perzeptive Wahrnehmungen seien beschränkt, weil bei diesem Prozess der Beobachter vom Beobachteten getrennt ist. Eine Sichtweise, die folglich eine Einheit zwischen Beobachteten und Beobachter behauptet und die bereits die Mystiker des Mittelalters als wahre Gottesschau postulierten. Ich hielt dem entgegen, dass hierin ein Übertragungsfehler steckte, denn dann müssten wir vollkommen antizipativ kontemplieren. Damit meine ich, das Beschaute würde sich in stiller Betrachtung in uns entfalten und sich ohne Reflektion in uns erschließen und in seiner Wesentlichkeit offenbaren. Nun, das käme fürwahr einem göttlichen Bewusstsein gleich, doch leider verfügen wir darüber nicht, auch wenn wir Ihm vermeintlich zum Ebenbilde geschöpft wurden. – Wahrscheinlich scheint diese Ebenbildlichkeit in ihrer Vielfältigkeit letztlich nur eine Oberflächlichkeit des Unwesentlichen zu sein, und somit für sich gesehen wiederum ein Anlass zur Beschauung.

Krishnamurti vertrat diese Ansicht radikal: „Wenn Sie eine Regung total sehen, ist in diesem Sehen jede andere Bewegung enthalten. Wenn Sie ein Problem vollkommen verstehen, dann verstehen Sie alle menschlichen Probleme, denn sie stehen alle im Zusammenhang. (…) Es hat keinen Sinn für uns, Ärger oder Furcht jetzt zu untersuchen; es kommt darauf an, sie zu beobachten, wenn sie in Erscheinung treten. Wahrnehmung ist augenblicklich; Sie verstehen etwas sofort oder überhaupt nicht: Sehen, Hören, Verstehen sind augenblicklich. Zuhören und Zuschauen haben Dauer.“ (Quelle) Weiterlesen

Effektiv Leben

Hamsterrad©Matthias Mala

Die Greisin war wieder gestürzt und brach sich erneut einen Oberschenkel. Doch diesmal wollte sie sich nicht mehr so richtig erholen. Sie spürte, dass sie die Kraft zur Rekonvaleszenz nicht mehr besaß. Die Einschränkungen durch die erneute Verletzung würden nicht mehr vergehen, also würde ihr Lebenslicht alsbald erlöschen. Es ist wie so oft, das Sterben beginnt, indem die Seele sich aus dem Leben löst. „Es ist gut so, ich habe mein Leben gelebt“, sagte sie, und zu einem Problem, das anstand, meinte sie nur: „Ich möchte mich in meinen letzten Lebenswochen nicht mehr damit befassen.“ Sie sagte es ohne Harm; er war eine Feststellung wie, „die Milch ist kalt“, nichts weiter.

Sie befand sich in ihrer letzten Lebensphase, die auf den Tod hin gespannt war. Sie hatte dieses Ziel ins Auge gefasst und bewegte sich ihm zu. Da gab es keine Notwendigkeit mehr, durch eine dämmrige Lebenslandschaft zu mäandern, da warteten keine Erlebnisse mehr auf sie, das Erleben war einzig dieser letzte Weg. Er war wohl mehr pures Leben, als wir es uns, die wir vermeintlich im blühenden Leben stehen, vorzustellen vermögen. Weiterlesen

Erleuchten wir die Welt?

Innen © Matthias Mala

Eine Freundin will nach Dharamsala am Rande des Himalaya reisen, um den Dalai Lama noch in seiner angestammten Umgebung zu sehen, ehe er stirbt. Ein anderer Freund wallfahrt fast jedes Jahr nach Rom, um den Papst zu sehen. Zweimal war er auch bei päpstlichen Audienzen dabei. Wieder ein anderer Freund besucht Amma, wenn sie ins Land kommt, um sich von ihr umarmen zu lassen. Alle drei sind davon überzeugt, dass diese Religionsführer über besondere Spiritualität und außergewöhnliche Kraft und Einsicht verfügen. Ihre Überzeugung von der transzendentalen Kraft dieser Menschen ist so stark, dass sie nicht enttäuscht werden können.

Wieder andere Menschen lassen sich von einem vermeintlich Heiligen weniger überzeugen als von einem heiligen Ort. Hier ist es dann die besondere magische Kraft, die sich über Jahrtausende sammeln konnte und so den Ort zu einem Quell spiritueller Energie verwandelte. Der Berg Sinai auf dem Moses von Gott die Thora und mit ihr die zehn Gebote erhielt, ist ein solch uraltes und auch heute noch attraktives heiliges Ziel für Pilger.

Doch das Heilige lebt ebensowenig in einem Heiligen noch an einem heiligen Ort, andernfalls wäre die Welt längst eine andere als sie ist. Was dagegen wirkt ist die Sehnsucht nach Heiligkeit, die uns in Bewegung setzt und uns anregt, ziemlich absurde Dinge zu tun. Im günstigsten Fall geht es harmlos aus, endet womöglich in einem Drogenrausch zwecks erhöhter Ekstase, schlimmstenfalls kann unser geistliches Streben blutig in einem Massaker oder Krieg enden.

Solange wir das Heilige außerhalb von uns selbst suchen, werden wir uns täuschen; denn es schlummert nicht in einem anderen Menschen, wiegt sich nicht in einem Baum, quillt aus keiner Quelle und fällt auch nicht wie Manna vom Himmel. Wir können durch unsere Suche und Zuweisung zwar einen magischen Raum kreieren, doch die hiermit sinnlich erlebte Magie bleibt nur ein Abbild unseres Sehnens. Was wir im äußeren sehen und erkennen, ist nur eine Reflexion unserer inneren Bedingtheit. Auch die Magie, die wir meinen zu spüren, sobald wir Heiliges wittern, bleibt nur das Echo unseres Rufs.

All das vermag ein jeder zu beobachten, der sich auf den Weg macht, das Höchste zu erkunden. Jedoch verlässt er dabei nie sein Haus, sondern blickt immer nur durchs Fenster hinaus und sieht dabei kein Außen, sondern nur die Spiegelung des Inneren in den Scheiben. Denn draußen ist es dunkel. Denn draußen ist es so hell, dass wir geblendet werden. Wir können es uns aussuchen, wie wir es nennen wollen; der Effekt bleibt derselbe. Außen ist nichts. Wir sehen nichts. Es gibt im Außen keine geistliche Entdeckung.

Also sollten wir schauen, was in uns wirkt. In uns wirkt jene großartige Magie, die wir im Außen finden wollen, und dort auch scheinbar finden, sobald wir sie dort suchen. Indes weht das Himmlische, das uns vermeintlich im Außen berührt, allein in uns, und allein in uns lebt der Heilige, den wir meinen, in einem anderen Menschen, einem Guru, zu erkennen. Nur leider ist uns das zu schäbig. Es ist ja nur unseres und nicht das andere, das wir uns einverleiben, in uns einsenken lassen wollen, damit es uns bereichert und uns zu mehr macht, als wir sind.

Und weil wir so sind, werden wir immer ärmer, wir verlieren uns im äußeren, verschwenden unsere Spiritualität an andere, anstatt sie in uns zu pflegen und zu bewahren. Dabei sind wir aus dem Himmel – aus dem Nichts – gefallen und in diese Welt geboren worden, um sie zu schauen und hierdurch zu beleben. Sie ist so schön, wie wir sie schauen. Sie ist so frei, wie wir frei sein wollen. Erhellen wir sie, indem wir sie schauen. Lassen wir uns nicht blenden; und blenden wir uns nicht selbst.

Zum neuen Jahr

Jahresbild 2018 © Matthias Mala

Die Wilde Jagd fegt übers Land
Zertrümmert, was zum Abbruch neigt
Mäht fort, was noch nicht verbrannt
Stürzt ein, was sich zusammengeigt

Zu Schutt und Staub mag alles schründen
Den Rest verhüllt des Winters weiß
Kein Stein vom alten Haus wird gründen
Das neue, das die Zukunft weist.

Mein frommer Wunsch nach Neubeginn
Der mehr Beginn als neu sein soll
Nimmt aus dem alten Spiel den Sinn
Und gleicht der Schöpfung wundervoll.

Schaffen wir das radikal, wird uns auch
Ein altes Holz, das wieder grünt, zum Brauch.

Ich wünsche allen meinen Lesern und Freunden
Glück & Gesundheit im neuen Jahr,
Wobei das erste Glück für uns Gesundheit ist.

Das Senryū im Bild lautet:

Sog ned wos wean ko
Wei dös, wos is, dös langt scho
Füan ganzn Rest vom Lebm.

Übersetzt bedeutet das:
Sag nicht, was werden könnte
Weil das, was ist, das genügt bereits
Für den ganzen Rest vom Leben.

 

Austritt aus dem PEN

Lob der freien Meinung durch den PEN © Matthias Mala

Heute blogge ich einmal keine Kontemplation, sondern gebe vielmehr einen Anstoß zum kontemplieren – über Meinungsfreiheit, Redlichkeit, Prinzipien, Relativierungen, Anpassung an den Zeitgeist und der indirekten Bejahung von Zensur.

Der PEN ist eine internationale Vereinigung von Schriftstellern (PEN = poets essayists novelists), deren wesentliches Anliegen die Unterstützung von Autoren ist, die aufgrund ihrer Texte verfolgt, eingesperrt und drangsaliert werden. In vielen Ländern ist das Leben von Schriftstellern durch die jeweiligen Regime bedroht. Um diese Arbeit des PEN zu unterstützen, trat ich 2008 dem PEN-Deutschland bei. Zudem wird der PEN vielfach als ein Club herausragender Schriftsteller gewähnt, was freilich eher auf einem Wahn als einer nachvollziehbaren Annahme gründet.

Diese Woche habe ich meinen Austritt aus dem PEN erklärt. Der Grund, ich vermag die relativierende Haltung des PEN zur Meinungsfreiheit nicht weiter mitzutragen. Zeitgleich mit dem Versand meines Briefes (Text nachstehend), in dem ich meinen Austritt erklärte, erhielt ich die Dezember-Rundmail des PEN, in der er unter anderem seine von mir gerügte Haltung während der Proteste auf der Frankfurter Buchmesse mit folgenden Zeilen rechtfertigte:

„Das PEN-Präsidium war in dieser Frage einhellig zum Ergebnis gekommen, dass die Buchmesse als Ort, der für Toleranz gegenüber der Meinungsvielfalt steht und der nur dank dieser Meinungsvielfalt bestehen kann, jenem Gedankengut keine Bühne bieten sollte, das sich dezidiert gegen den Meinungspluralismus, die bestehende kulturelle Vielfalt und unsere freiheitliche Grundordnung wendet.

Als deutsches PEN-Zentrum setzen wir uns weltweit für Autoren ein, die in ihren Heimatländern verfolgt und in ihrem Leben bedroht werden, gerade aufgrund von Intoleranz und spalterischer Hassrede. Wir sind der Überzeugung, dass, wer geistigen Brandstiftern mit Toleranz begegnet, die Ausübung der Meinungsfreiheit preisgibt. Der Auftrag, sich gegen Intoleranz und Hass zu wenden, ergibt sich aber nicht zuletzt auch aus der in der PEN-Charta festgeschriebenen Selbstverpflichtung aller PEN-Mitglieder, sich „mit äußerster Kraft für die Bekämpfung jedweder Form von Hass“ einzusetzen.“

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