Riss zum deutschen Karikaturenstreit

Drs © Matthias Mala

Chefredakteur Riss hat das Massaker in der Redaktion von Charlie Hebdo vom  7. Januar 2015 überlebt. Er schreibt, warum die „Moral-Kapos“ und die „Links-Islamisten“ nicht weniger gefährlich sind als die Terroristen. Satire, antwortet der Franzose dem Deutschen Jakob Augstein, kennt keine „Großen“ oder „Kleinen“. Sie kennt keine Herren – nur Dummheit, Mittelmäßigkeit und Feigheit. Sein Artikel erschien auf emma.de.

Hier ein paar Auszüge. Ich halte seine Gedanken für stichhaltig und zwingend, deswegen verweise ich als Nachtrag zu meinem letzten Blogbeitrag auf seinen Text.

Nebenbei wäre es interessant zu erfahren, wer sich nach Ansicht dieser Preuso-Intellektuellen ganz unten befindet. Alle, die unter ihnen sind? Halten sie sich also für derart weit „oben“ platziert?

Hinter dieser an Töricht kaum zu überbietenden Aussage, man dürfe die „oben“, aber nicht die „unten“ karikieren, versteckt sich ein ganz anderer, widerwärtiger Beweggrund. Es ist immer faszinierend zu beobachten, mit welchem Einfallsreichtum der Mensch sich selber Fesseln anlegt. Die Perversion ist geradezu grenzenlos, wenn es darum geht zu unterdrücken, zu ersticken und zu zensieren. Selbst in der Linken finden sich Gemüter, die verschlagen genug sind, um Regeln zur Kontrolle der Freiheit zu erfinden.

Die Freiheit, das zu tun, was man möchte, ist schier unerträglich für diese Moral-Kapos. Denn die Lust dieser Kapos besteht darin, entscheiden zu können, was erlaubt ist und was nicht. Und wenn ihnen diese Macht genommen wird, so bleibt ihnen nichts – und sie müssen feststellen, wie mittelmäßig sie sind.

Hier nochmals der Link zum Artikel der Emma online:

https://www.emma.de/artikel/charlie-hebdo-meets-franziska-becker-336977

Ich werd‘ dann mal pfäffisch

Hinblick © Matthias Mala

Pfarrer beziehen sich in ihren Predigten gerne auf kleine Begebenheiten, die das Leben schrieb; etwa die Geschichte von der armen alten Frau – alte Frauen, sind immer arm, während alte Männer stets weiß und toxisch sind, so jedenfalls die feministischen Topen – egal, Pfarrer sind um Gleichnisse bemüht. Das haben sie von ihrem Heiland, der laut Neuem Testament ein Gleichnis ums andere erzählte, um hierdurch das Falsche vom Richtigen zu unterscheiden. Also versuche ich mich auch in dieser Disziplin und greife den Schwank von der Tempelreinigung auf.

Die Geschichte erzählt, wie Jesus mit einer Geißel durch die Vorhallen des Tempels stürmte, dabei auf die Opferhändler und Geldwechsler einschlug und ihre Stände umstieß, weil er der Ansicht war, dass sie durch ihr Gewerbe den Tempel entweihten. Deswegen auch die stehende Redensart, „jemanden zum Tempel hinausgeißeln“, um die Reinigung einer Organisation von ihr schädlichen Elementen zu umschreiben. Jesus war als gnostischer Jude ein Revolutionär, der die hergebrachte Ordnung für Teufelswerk hielt. Aus dieser moralischen Selbsterhöhung zog er das Recht, andere Menschen auszupeitschen und ihre Lebensgrundlage zu zerstören. Weiterlesen

Immergleich

Südfriedhof © Matthias Mala

Südfriedhof © Matthias Mala

Das Radio läuft. Launig erzählt jemand, wie ein Abt vor mehr als tausend Jahren Straßen in den Wald bauen ließ, um die Rodungen voranzutreiben. Zugleich fällt mir dazu ein, wie diese braven Mönche Wotaneichen abholzten, um die Machtlosigkeit der heidnischen Götter zu demonstrieren. Manch einer dieser Mönche bezahlte zwar seinen Frevel mit dem Leben, doch wurde er darauf zum Märtyrer und Heiligen. Gleichzeitig assoziiere ich zu islamischen Märtyrer, nach denen heute Moscheen und Schulen benannt werden. Doch zurück zu den Mönchen, die in den Lebensraum der Heiden eindrangen, ihnen ihren Glauben aufdrängten und im Gegenzug ihre Rituale und Bräuche übernahmen und umdeuteten. Damit verschwand deren Kultur, und wer sich dennoch dem neuen Glauben verweigerte, büßte mit seinem Leben. So löste unsere christliche Kultur die heidnische ab. Und weiter dachte ich, was hier so launig erzählt wurde, wird in anderer Weise in China erzählt, wo man aktuell die Kulturrevolution und Mao heroisiert. Der millionenfache Mord und die herrschsüchtige Vereinnahmung der Gedanken durch die revolutionären Garden, unterscheiden sich prinzipiell nicht von den Untaten der Mönche, Mullahs und allen anderen Missionaren, die die Menschheit mit ihren Ideen beglücken wollen. „Denkt so wie ich und alles wird gut“, so die immer wiederkehrende Begründung der wahnhaften Menschheitsbeglücker.

Derart motiviert wurden im Laufe der Menschheitsgeschichte Abermillionen Menschen ermordet und Männer in Kriegen verheizt. Weiterlesen

Gutmensch

Unselig sind alle, die unmenschliches im anderen erkennen. Unselig sind jene, die Unwörter bestimmen. Ein Unwort mag unmöglich, unbestimmt, unpassend und noch viele un- mehr sein. Doch wer die Wörter der Menschen als unaussprechliche denunziert und als Schweigewörter detektiert, der will zum einen nicht hinhören und zum anderen die Rede beschränken, weil er den Gedanken hinter der Rede nicht duldet. – Und weil die Darmstädter Sprachpolizisten mal wieder unsägliches verkündeten, reblogge ich diesen Beitrag von jobo72.