Meine Welterklärung

Gedanken Object trouvé von Ruth Mala

Gedanken Object trouvé von Ruth Mala

Der Blogger Stefan Kraus vom Blog Seelengrund stellte seiner Frage: Was verstehst Du unter „Gott“?, noch drei weitere nach. Ich ging daraufhin in mich – nur wohin? – und es stellten sich nach und nach folgende Antworten ein, die ein für allemal die Welt erklären. So denn, jubilieret! Wir sind angekommen …

  1. Was verstehst Du unter „Gott“?

Ich … nein, wir … nein, wieso werde ich geduzt, wenn es um Gott geht? Das verstehe ich nicht. Woher diese Impertinenz, diese paternalistische Attitüde, womöglich Gläubige stets zu infantilisieren. Außerdem, was heißt schon verstehen? Ich soll Gott – was immer das auch sein mag – verstehen? Also ich habe zwar narzisstische Züge, doch soweit megaloman bin ich nicht, dass ich mir vorstellen wollte, was – wenn es denn es gäbe – jenseits aller Vorstellungskraft läge. Also bescheide ich mich, stelle mir nichts vor, und esse Entenbraten mit Blaukraut, Semmelknödel, Preiselbeeren und Kastanien-Apfelfüllung; das ist gottvoll! – Und dann noch unter Gott? Ober sticht unter! Also falls Sie es wissen wollen, dann fragen Sie doch Ihr Konstrukt von ihm. Es gibt auch Menschen, die sprechen mit den Geistern aus der Klosettschüssel.

  1. Welche gedanklichen Gründe führen dich zu diesem Verständnis des Gottesbegriffs?

Die Gründe meiner Gedanken sind so grundlos wie ein Gumpen voller Nymphen, die Jünglinge becircen und aus dem endlichen Glück ihrer Jugend ins Endlose, sprich die himmlische Ewigkeit reißen. Somit speisen sich meine Gedanken wohl aus den Spiegelungen am Rande des Universums, die reflektieren, was in seinem Inneren ist: nämlich nichts, oder besser noch: Nix – lateinisch wie Schnee – neudeutsch Koks, amtsdeutsch Kokain; denn mit diesem Nix lässt sich das Nichts im Kopf prächtig blähen, so dass es den Schädel füllt und die Gedanken links und rechts herausquellen, fragt nur den Crystal Meth Junkie Volker Beck, den religionspolitischen Sprecher der Immergrün-hinter-den-Ohren-Alliens.

  1. Welche Erfahrungen führen dich zu diesem Verständnis des Gottesbegriffs?

Fahrungen sind Bewegungen. Ver-, Er,- Be-, Ein-, Vor-, Nach-, Mit- und so viele mehr Fahrungen, sind stets mobil und niemals im-. Da geht es zu wie bei Cern, im Teilchenbeschleuniger, rasant und detonativ und sich in antimaterialistischer Transzendenz exmatrikulierend. Derlei Bewegungen sind so haltlos, dass sie nicht mehr mitteilsam sind, da sie stets nur verzerrt, sprich relativ erfasst werden können – die Mitteilungen … und nicht das Mobile selbstverständlich.

  1. Welche Haltung nimmst du ein gegenüber anderen Verständnissen des Gottesbegriffs?

Oje, haltet ein. Ein Verständnis ist nicht zwei Verständnis. Verständnis ist so singular, wie unzählbar – wie mich darin gar der Wahrig noch bestärkt. Wie also soll ich Haltung gegenüber dieser Frage einnehmen? Lautete sie: Wie hältst Du es mit den Religionen, wiese ich auf meinen Blogbeitrag Uniform. So aber weise ich die Frage – ob ihrer Unverständlichkeit – zurück, zurück ins Unsinnige, und wiese somit hinein in tiefste Mystik.

Weiße Orchidee

weiße Orchidee © Matthias Mala

weiße Orchidee © Matthias Mala

Sanfter Wind streicht durch die Pappelreihe, die den Feldweg säumt. Ein munteres Rascheln liegt in der Luft, wir blicken auf. Silbrig grünes Laub flittert und flüstert, als wollte es uns ein Geheimnis mitteilen. Wir verlassen die halbe Allee und wandern über die offene Wiese. Milde Wärme der Abendsonne umfasst uns, unsere langen Schatten begleiten uns über die sattgrünen Matten. Goldenes Licht liegt über dem Land. Es ist ein gottvoll lauer Abend nach einem heißen Tag.

An ein paar Halmen in der Wiese haben sich Dutzende von Kohlweißlingen versammelt. Es scheint, als blühte inmitten der Wiese eine weiße Orchidee. Die Falter verharren nur kurz unbewegt, dann schlagen sie unhörbar mit ihren Flügeln, ohne vom Halm zu flattern. Ihre Bewegung gleicht dem Spiel der Pappelblätter; nur wechselt hier der Farbton zwischen Silber und Weiß. Wir verharren eine gute Weile und beobachten das Spiel. Weitere weiße Schmetterlinge kommen hinzu, doch keiner flattert davon. Schließlich spazieren wir auf das Dorf zu, die Schmetterlinge bleiben zurück als weiße Orchidee im Wiesengrund … Weiterlesen

Normal

2016

Sie laufen auf den Händen, schneller als auf ihren Füßen. Die Berge fallen gipfelüber in den Sumpf. Den Frauen wächst ein elfter Finger. Die Männer verlieren ihre Schwurhand während ihrer Vereidigung. Kühe besteigen die Stiere. Ratten flattern von Süd nach Nord. Im Osten geht die Sonne unter. Kinder fiepen, ehe sie das Ei sprengen und schlüpfen; derweil ihre Mütter die Kindsväter schlachten. Die Erde ist eine Scheibe, und wer es nicht glaubt, wird von der Inquisition den weltlichen Gerichten übergeben, um zu Kugeln gepresst zu werden. Und so weiter, geht nichts fort.

Wir lügen, sobald wir zu denken beginnen. Lügen sind unser täglich Brot. Die Wahrheit ist giftig. Wir sprechen falsch Zeugnis und wähnen uns dabei ehrlich. Also lügen wir nicht, und lachen über diese Lüge. Wir wollen die Wahrheit nicht hören, wir beten die Lüge an; denn sie stiftet Zuversicht. Es gibt kein oben und unten, kein wahr und kein falsch. Alles ist gut und richtig, auch wenn es der Untergang ist. Wir bohren Löcher in unser Boot und verheizen unsere Rettungsflöße. Wir glauben, wir sind unsinkbar, und sind doch längst ertrunken.

An die Strände spülen die Wellen unsere leblosen Körper wie Tang. Gleichwohl stehen wir auf und fahren zur Arbeit. Wir machen mit, auch wenn wir unsere Seele längst dem Teufel verkauften. Was braucht man auch eine Seele, um normal zu sein? Weiterlesen

Der blinde Fleck

Objet trouvé von Ruth Mala © Matthias Mala

Objet trouvé von Ruth Mala © Matthias Mala

Jeder Mensch besitzt natürlicherweise einen Punkt, den sein Auge nicht sieht. Er wird blinder Fleck genannt. Er ist notwendig für die Sehfähigkeit des Auges, denn es ist der Sehnerv selbst, der die Sicht ein wenig verblindet. Das spezielle des blinden Fleckes ist, dass wir ihn nicht erkennen, sondern das fehlende Sichtfeld einfach ergänzen. Unser Hirn täuscht uns dazu eine optische Wahrnehmung vor, wo keine ist.

Soweit so gut. Wir sehen trotz physiologisch beschränkter Wahrnehmung ausreichend genau und sind deswegen in unserem Alltag nicht behindert. Ja, bis ins 17. Jahrhundert hinein wusste die Menschheit nicht einmal, dass jeder Mensch einen blinden Fleck mit sich herumträgt. Seitdem aber ist er eine beliebte Metapher für die beschränkte Sicht auf die Dinge und die Welt, der jeder Einzelne grundsätzlich ausgesetzt ist, da wir uns so oder so buchstäblich auch mit Scheuklappen durch die Welt bewegen. Weiterlesen

Bewusstheit zum Bewusstsein

Bewusstheit © Matthias Mala

Bewusstheit © Matthias Mala

Bewusstsein ist sein Inhalt,
Bewusstheit ist sein Gefäß.

Bewusstsein ist Wissen.
Bewusstheit ist Dasein.

Bewusstsein ist Immanenz.
Bewusstheit ist Transzendenz.

Bewusstsein ist, was mir bewusst ist.
Bewusstheit ist Fähigkeit zum Bewusstsein,
ergo Beseelung.
Bewusstlosigkeit ist fehlendes Bewusstsein.
Fehlende Bewusstheit ist Tod.

Seinsam sein

Seinsam © Matthias Mala

Seinsam © Matthias Mala

Ein Samenkorn. Woher, wohin? Nein, jetzt!

Jetzt: Vogelfutter, Mäusefraß und Saat. Und doch eine Abermillionen Jahre alte genetische Entwicklung und eine ebenso lange Zukunft. Auch das nur jetzt, solange es keimt, wächst, blüht und welkt und Samen streut. ‑ Und wieder nur ein Samenkorn …

Welch Weite, welch Herrlichkeit, welche Begnadung, dies zu sehen, zu spüren, zu atmen, zu denken, zu ahnen, zu erleben. Kein Versuch, diese Wahrnehmung einzufangen, einzuengen, einzuworten. Nein, hinaus in diese Weite schreiten, in diese Unbegrenztheit wehen, sich von ihr tragen lassen; hineinfallen, ohne abzustürzen; hineinsterben, um lebendig zu bleiben; hineinlieben, um heil zu sein.

Wie banal dagegen Worte aus dem Jetzt, um das Jetzt, das Sein, das Hier und Nichtdort einzukreisen, einzufangen, einzuengen, um sich gleich einem Pfeil, vom sirrenden Bogen ins Zentrum der Scheibe zu jagen. Im Treffpunkt verharrend, verwurzelnd, als gäbe es keine Bewegung mehr davor und danach. Als gäbe es nur ewiges Jetzt auf die Attosekunde[1] genau, als wäre Jetzt etwas anderes als aller Anfang und Ende, als das Alpha und Omega, das zeitlose Sein, als das sich Christus verstand (Offb 22,13). Als wäre Jetzt nicht ein ganzes Leben, gleichermaßen für die Eintagsfliege wie für die Welt.

Wie eng das Denken, das den Denker aus sich denken möchte, das sich selbst als Schein gedenkt und dabei so hart, so schwer wie ein Gebirge scheint. Unbeweglich auf sich selbst gewichtet, gleich dem Pfeil die Scheibe den Gedanken trifft, ihn aushöhlt und vernagelt, und dabei nur sich selbst erstickt, sich den Atem nimmt, um in sich selbst zu schweigen und jedes Leben aus sich zu hauchen.

So sind wir nicht, so sind wir leer, so leer wie Nichts und somit in aller Fülle, und ohne Ich und dennoch selbst, um der Selbstlosigkeit willen. So heil wie eitel. Und dergleichen Blubber mehr. Ein Schaumbad aus Worthülsen. Sinnentleert, doch schillernd wie Seifenblasen unterm Regenbogen. Schon im Denken platzend, Letztes sprühend, dann nur noch Luft. Luft ‑ kein Raum; eine Atmosphäre Druck auf Weggedachtes. Befreit, erwacht, erleuchtet. Ein Witz, ein Irrwitz ‑ nein kein Witz, nur tiefe Traurigkeit.

Da welkt nichts mehr, da keimt nichts mehr, da liegt ein Stein. Wind und Wetter zehren von seiner Unbeweglichkeit. Und erst, wenn das letzte Staubkorn von der Stelle wehte, kehrt sie ein, die Seinsamkeit …


[1] Attosekunde = eine trillionstel Sekunde

Wahl

Wahlkreuz © Matthias Mala

Wahlkreuz © Matthias Mala

Das Wort „Wahl“ hat seine Wurzel im Verb „wollen“. Die Freiheit, etwas wählen zu können, ist vor der Wahl größer als danach. Denn die Möglichkeit der Auswahl hebt sich mit der Wahlentscheidung auf. Hatte ich zuvor noch beliebig viele Alternativen, so sind diese mit der Wahl allesamt verfallen. Zum Beispiel wird uns nach so manchen Kaufentscheidungen diese Beschränkung oft unangenehm deutlich. Denn dann beginnen wir, unsere Wahl noch einmal im Lichte des faktischen Ausschlusses aller Alternativen zu hinterfragen. Es ist quasi ein Prozess der Versöhnung mit unserer Wahlentscheidung, der dann stattfindet. Erst wenn diese Versöhnung ihren Abschluss im Guten fand, sind wir mit uns und unserer Wahl im Reinen. Andernfalls werden wir mir ihr dauerhaft hadern.

Nun wird uns seit geraumer Zeit von Neurologen erzählt, dass es mit dem menschlichen Willen nicht so weit her sei, da, ehe ein Mensch sich bewusst entschiede, bereits eine vorbewusste Instanz in seinem Gehirn, sich schon entschieden habe. Der Mensch folge also statt seinem Willen einem neurologischen Impuls; ergo sei auch sein Wille nicht frei. Der Physiologe Benjamin Libet (1916-2007) war der erste, der diesen als Bereitschaftspotential bezeichneten vorbewussten Impuls Anfang der 80er Jahre beschrieb. Zuletzt waren es Neurologen, die diese Feststellung mit bildgebenden Verfahren wieder in die Diskussion brachten. Allerdings hebt dieses Beobachtung weder den freien Willen noch die Wahl auf. Sie erklärt allenfalls etwas über das Zustandekommen unserer Gedanken. Weiterlesen

Wachstum

Wachstum

Wachstum © Matthias Mala

Der Turmbau zu Babel ist ein biblischer Mythos zur Hybris der Menschen, Gott herauszufordern. Als Strafe für diese Anmaßung kam die babylonische Sprachverwirrung über die Menschheit. Die Sage vom Turmbau kann aber auch als eine Metapher unkontrollierten Wachstums gedeutet werden. Jedenfalls haben wir kein Zeugnis dafür, dass die Menschen in Babylon bescheidener als wir gewesen waren? Wahrscheinlich huldigte man damals ebenso einem Wachstumsglauben wie heute, dass alles immer größer, weiter und besser werden müsste. Die Folgen werden dann auch damals, weil alles Wirtschaften einem Zyklus unterliegt, Rezession und die Verarmung großer Teile der Bevölkerung gewesen sein, die sich dann als Arbeitsemigranten in ferne Länder aufmachten und dort mit fremden Sprachen konfrontiert wurden. Das allein wäre schon als eine schicksalshafte Katastrophe empfunden worden. Wenn dann noch zugleich ein Erdbeben den schönen Turm zum Einsturz gebracht hätte, wäre die Geschichte stimmig. – Noch dazu weil Hochhäuser mit Rekordhöhen bislang in der Tat stets am Ende besonders starker ökonomischer Wachstumsphasen entstanden. Insofern sind Wolkenkratzer heute wie damals der Turm zu Babel auch ein Zeichen wirtschaftlicher Megalomanie und somit eher ein Merkmal dafür, dass wir aus unserer ökonomischen Geschichte nur wenig gelernt haben.

Deshalb möchte ich an eine andere Geschichte erinnern, nämlich die vom Hans im Glück. Weiterlesen

Rauchen verboten!

Eingang Krematorium KZ Dachau

Eingang Krematorium KZ Dachau © Matthias Mala

Ein Rauchverbotsschild an ein einem Torpfosten. Das Tor ist weit aufgestoßen. Eine gestutzte Buchenhecke säumt einen leicht geschwungenen Kiesweg. Neben der Hecke eine Mastleuchte. Bäume umrahmen einen barackenähnlichen Ziegelbau, auf dem Dach zwei Lüftungslaternen. Vor einer offenen Türe bewegen sich ein paar Leute. Eine Frau, ein Kind und ein Mann, in kurzen Hosen einen Buggy schiebend, gehen auf die Gruppe zu. – Das Foto zeigt den Eingang zum ehemaligen Krematorium des Konzentrationslagers Dachau.

Man sieht die Baracke X, das im April 1943 in Betrieb genommene zweite Krematorium, mit Leichenkammern, Desinfektionsräumen und einer als Brausebad getarnten Gaskammer. In der Gaskammer kam es nicht zu Massenvergasungen. Ob kleinere Gruppen von Menschen dort vergast wurden, ist nicht mehr sicher zu belegen. In dem Krematorium brannten bis Kriegsende vier Öfen. Von März 1933 bis zur Befreiung im April 1945 starben über 32.000 Menschen im Lager. Die meisten ihrer Leichname wurden ab 1940 in den beiden Krematorien im Lager eingeäschert.

Rauchen verboten! Ein Schild an diesem Ort. Weiterlesen

Resilienz

Resilienz © Matthias Mala

Resilienz © Matthias Mala

Das Elend interessiert niemanden. Das Glück und Unglück der Reichen regt dagegen jedermanns Interesse. Weswegen sich auch eine Zeitschrift wie Gala prima verkauft, während die Obdachlosenzeitungen eine Randerscheinung im Blätterwald sind. Häufig werden sie nur deswegen gekauft, um dem noch im Elend verwurzelten Verkäufer einen Obolus zukommen zu lassen. Diese Verkäufer sind Menschen, die wahrlich nicht mit einem goldenen Löffel im Mund geboren wurden, die es aber dennoch wagen, ihrem Abgrund zu entkommen und eine bescheidene bürgerliche Existenz zu beginnen. Die Hindernisse auf ihrem Weg sind groß, manche schaffen es, viele stürzen wieder ab und verschwinden im Elend.

Es gibt viele Berufe, die mit dem Elend konfrontiert sind. Polizisten, Sozialarbeiter, Priester, Psychologen. Es sind ganz unterschiedliche Ausformungen von Elend, denen sie begegnen; doch fast immer handelt es sich um Gewalt und Gemeinheit, die Menschen anderen Menschen an Leib und Seele antaten. Das Elend auf dieser Welt ist fast immer von Menschen gemacht. Selbst Katastrophen wie beispielsweise die Erdbebenfolgen in Haiti vom 12. Januar 2010 sind Menschenwerk. Denn wäre der Staat dort nicht so durch und durch korrupt, hätte man Häuser gebaut, die einem Erdbeben standhielten. Ein vergleichbar kräftiges Erdbeben erschütterte am 4. September des gleichen Jahres Christchurch in Neuseeland, die Schäden waren auch dort groß, aber die Erdbebenfolgen keine Katastrophe. Weiterlesen

Gedanken zum Tag der Arbeit

Maibaum © Matthias Mala

Maibaum © Matthias Mala

„Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden“ (1Mose 3,19). Von dieser Art war der Fluch, den der biblische Gott Adam auferlegte, ehe Er ihn samt Eva aus dem Paradies verjagte. Jedoch über die Zeit milder geworden und a priori etwas von der künftigen Arbeitsethik erfassend, ließ Er sich auf eine erste manteltarifvertragliche Regelung ein und gebot durch Moses vom Berg Sinai: „Sechs Tage darfst du schaffen und jede Arbeit tun. Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht … Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel, Erde und Meer gemacht und alles, was dazugehört; am siebten Tag ruhte er. Darum hat der Herr den Sabbattag gesegnet und ihn für heilig erklärt.“ (2Mose 20,9-11). Arbeit wäre demnach nicht mehr nur ein postparadiesischer Fluch, sondern auch ein gottgleiches Wirken. Weiterlesen

Bewegte Stille

Stille © Matthias Mala

Stille © Matthias Mala

 Mit einem Male war es still in der Schwimmhalle. Ich zog jetzt meine Bahnen alleine im Becken. An Laut war nur noch das blubbernde Geräusch meines Atems unter Wasser, das rhythmische Plätschern der Schwimmbewegung und das ferne Strömen der Wasserumwälzung. Leise war es nicht, doch dafür still, denn es kehrte Ruhe in mir ein und das Schwimmen wurde zur Meditation.

Was ist an Stille so heilig, dass wir sie so erhöhen? Wieviel Geräusch lässt Stille zu? Wann ist Stille unerträglich? Ist Gott still? Weiterlesen