Ideologiefreiheit

Religionsfreiheit © Matthias Mala

Das Wort Ideologiefreiheit kennt kaum einer, doch als Religionsfreiheit ist es heute allüberall im Munde jener, die sich die Freiheit herausnehmen im Auftrag ihrer Religion andere zu kujonieren. Es ist aber auch im Munde derer, die meinen, andere in ihrer Entfaltung einzuschränken, sobald sie sie daran hindern, ihre Mitwelt, die ihr Bekenntnis nicht teilt, zu schikanieren. Anscheinend ist Ideologie und insbesondere Religionsfreiheit eine komplizierte Angelegenheit.

Dabei ist es relativ einfach mit der Religionsfreiheit. Vom Standpunkt einer Religion aus gesehen, ist kein Gläubiger frei, sondern an seinen Gott, an den er glaubt oder zweifelt, gebunden. Seine Religion zu verlassen ist eine Todsünde. Gut, die Katholiken begnügen sich inzwischen mit dieser Feststellung und exkommunizieren den Abtrünnigen nicht einmal mehr. Die Protestanten laden den Flüchtigen womöglich noch zum Mandala ausmalen ein. Arg ist es hingegen bei den Muslimen, hier kann es dem Apostaten tatsächlich an den Kragen gehen, denn die nehmen es mit der Todsünde noch wörtlich. Entsprechend eifrig sind sie auch bei der Verfolgung ihrer Freiheit, ihre Religion ausüben zu dürfen. Weiterlesen

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Wandel durch Erkenntnis

Erkenntniswandel © Matthias Mala

Der Baum der Erkenntnis im Garten Eden war beinahe ein Apfelbaum wie jeder andere auch, wäre da nicht das göttliche Gebot für die ersten Menschen, nicht davon zu naschen. Doch Adam und Eva verhielten sich menschlich und naschten von seinen Früchten. In der Tat gingen ihn daraufhin, wie es ihnen die Schlange versichert hatte, die Augen über und sie sahen die Welt mit neuen Augen. Abgesehen davon, erzählt die Geschichte vom Sündenfall eigentlich vom Sündenfall des Schöpfers; denn der Allwissende wusste spätestens, nachdem er Adam Eva zur Gefährtin schuf, dass er pfuschte und seine Schöpfung zwar menschlich aber nicht göttlich werden würde. Anschließend disqualifizierte er sich noch dadurch, dass er in seinem heiligen Zorn alle möglichen Plagen über die Menschheit ausschüttete und dazu noch Zwietracht zwischen den Geschlechtern säte. Wahrscheinlich ermächtigte er damals auch die Priesterschaft zur Traumatisierung der unschuldigen Menschenkinder, indem sie die Erbsünde in ihnen beleben und sie fortan missbrauchen durften. Jedenfalls wäre dies eine neue Variante für die Kleriker, um sich von ihrer Schmach des fortgesetzten Kindesmissbrauchs und seiner Vertuschung reinzuwaschen … Weiterlesen

Entelechie, die Zukunft fordert die Gegenwart

Die Zukunft fordert die Gegenwart © Matthias Mala

Telos ist das Ziel und dem Begriff „Entelechie“ eigen. Es bedeutet soviel wie, sein Ziel in sich tragen. Im mystischen Sinne wäre das Ziel aller Schöpfung neben der unlösbaren Einheit mit dem Schöpfer, denselben auch zu überwinden; sich also letztlich von der Schöpfung lossagen zu können, um sich selbst in Seinem Sinne zu kreieren. Es ist ein Paradox, das  sich hierbei in zwei gleichwertig möglichen Zielen darstellt, also zwei zueinander widersprüchliche Wege aufzeigt. Der eine wäre der Weg der Mystiker, nämlich durch Selbsterkenntnis Gotteserkenntnis zu gewinnen, was letztlich einem kosmischen Bewusstsein oder banal ausgedrückt einer Erleuchtung gleichkäme. Es wäre zugleich der lebendige Tod des Egos, denn Erleuchtung ist Ich-Überwindung. Der andere Weg wäre der satanische Weg, der Weg Luzifers mit dem Ziel der Selbstvergottung, nämlich durch Welterkenntnis selbst zum Schöpfer neuer Welten zu werden. Hier schwindet das Ego nicht durch Erleuchtung, sondern durch Selbstzentrierung, auf dass es in sich selbst stürzt und die Inkarnation des eigenen kosmischen Geistes ermöglicht. Letztlich führten beide Wege im Ergebnis zum selben Ziel: ein Wesen mit kosmischem Bewusstsein ohne kleinliche Ich-Zentrierung. In den östlichen Religionen entspricht der mystische Weg dem konventionellen und der satanische dem tantrischen Pfad oder anders ausgedrückt: das eine ist Beschauung und das andere Praxis; das eine ist Luft und das andere Feuer; das eine ist Gnade und das andere Willen. Weiterlesen

Blutmond

Blutmond © Matthias Mala

Stellen wir uns vor, wir hausten in einer Kate vor unserer Zeitrechnung, wüssten wenig von der Welt, nur soviel, wie man damals gemeinhin in besseren Kreisen wusste. Das war zwar durchaus beachtlich: einige Zeitgenossen verabschiedeten sich damals gerade von der Theorie, dass die Erde eine Scheibe sei, andere, wie Aristarchos von Samos (310-230 v.Chr), dachten gar darüber nach, dass die Sonne im Mittelpunkt unserer Welt stünde. Dennoch wüssten wir den Kosmos nur als eine Manifestation der Götter zu deuten. Denn in den Bewegungen der Gestirne fänden wir zuviele „Zufälligkeiten“, die wir uns nur durch einen göttlichen Ursprung erklären könnten.

Allein die Tatsache, dass die Himmelsscheiben von Sonne und Mond gleichgroß sind, musste ein göttliches Zeichen sein. Doch damit nicht genug, beide Gestirne tauschen ihre Positionen nicht nur über Tag und Nacht, sondern wechseln sie auch übers Jahr. So steht der Mond im Winter hoch im Norden, während die Sonne tief im Süden scheint. Im Sommer verkehrt sich das Spiel ihrer Laufbahnen. Hierdurch kommt es zu Mondfinsternissen, die den damaligen Menschen zwar unerklärlich waren, die sie dennoch vorausbestimmen konnten. Auch die Wandelsterne waren berechenbar, worauf die Astrologie fußte. Ihre Berechnungen galten als Methode, das Wesen der Götter zu verstehen und sich somit das Leben und Schicksal der Menschen zu erklären. Weiterlesen

Auberginengemüse mit Reis und Cashewkernen

Aubergine

Aubergine © Matthias Mala

Nebenbei: Dieser Tage kreierte ich auf die schnelle aus den Resten zum Wochenende im Gemüsefach meines Kühlschrankes ein Auberginengericht, das auch schnell zubereitet war, während im Ofen ein paar Hähnchenschenkel brieten.

Als Beilage für Fleisch oder Fischgericht für 2 Personen

1 Aubergine
1 Schalotte
1 Mohrrübe
1 Knoblauchzehe
4 Salbeiblätter
1 Tomate
1 Handvoll Cashewkerne
1 halbe Tasse Reis
etwas Zitronensaft und Zitronenzesten
Tomatenmark, süßer Paprika, Zucker, Salz, Chili, Petersilie.

Vorbereitung

Aubergine einstechen oder aufschlitzen. 10 Minuten in der Mikrowelle garen. Das weiche Fruchtfleisch aus der Haut löffeln und zu Mus kleinschneiden.

Die Mohrrübe der Länge nach vierteln und in kleine Würfel schneiden.

Die Tomate ebenfalls in kleinschneiden.

Den Reis (Basmati) garen.

Zubereitung

Gehackte Schalotte mit Mohrrüben in Pfanne oder Tiegel anschmorren; gehackte Knoblauchzehe und Salbei dazu. Das Auberginenmus hinzu. Kurz rühren. Mit wenig Wasser angießen. Ein Teelöffel Tomatenmark und etwas Paprikapulver hinzu. Nochmal etwas angießen. Tomate und Zitronenzesten hinzu. Deckel auf die Pfanne. Nach drei Minuten abheben. Mit Zitronensaft, Zucker, Salz und Chili abschmecken. Für eine Minute abdecken, dann Cashewkerne und Reis unterrühren.

Wohl bekomm’s.

Ein Mensch verschwindet

Auflösung © Matthias Mala

Wieder einmal kann ich beobachten, wie ein Mensch allmählich bei lebendigem Leib verschwindet. Es ist eine ältere Frau, die zunehmend dement wird. Sie war ihrer Lebtag eine zwiespältige Person. Sie hielt sich für herzensgut, war es aber nur selten. Völlig niederträchtig war sie aber auch nie. Manchmal schon, aber nicht ausnahmslos. Sie war schlicht eine Narzisstin, die ihre Mitwelt in ihrem Sinne kontrollieren und beherrschen wollte. Sie war das stabile Zentrum ihrer Welt, um das alle anderen Menschen zu kreisen hatten. Wer sich diesem Planetengetriebe widersetzte, der war wenig gelitten und wurde immer wieder attackiert, und wenn es ging, auch bloßgestellt.

Nun aber verwischt sich all das, es ist noch da, wird von ihr auch immer wieder aufgezogen; indes es ist im Prinzip nur Schmierentheater eines eingefleischten Klischees, um sich selbst für seine Mitwelt darzustellen. Sie wurde zum Abklatsch ihrer selbst, nur noch bemüht, wie einst zu triggern, auf das sich andere so verhalten, wie es ihrem Bild von ihnen entspricht – Schmiere eben -. Man ärgert sich über die gleichen alten Bosheiten von ihr und hört die immergleichen Vorurteile, nur die Person, die sie einst ausstieß, zischte oder mit verächtlichem Lachen begleitete, steht nicht mehr dahinter. So lebt die Alte eine eingeübte Rolle, um sich wohl einen letzten Zusammenhalt ihrer Person zu bewahren. Weiterlesen

Fügung

Fügung © Matthias Mala

Antonio ist ein glücklicher Mensch. Er betrieb lange Zeit ein Restaurant bei mir um die Ecke. Dann kochte er für eine Kirchengemeinde. Heute kocht er für eine reiche Familie in Italien. Als ich eines Tages bei ihm im Restaurant saß, fragte er mich, ob ich nicht wüsste, wie er seinem Glück ein wenig auf die Sprünge helfen könnte. Das Geschäft liefe nicht mehr so gut, und er überlegte sich, wie er es verbessern könne. Aber alles was er versuche, bliebe wirkungslos, und das genau seit dem Tag, wo er seinen ersten in seinem Restaurant verdienten Schein aus einer Laune heraus an einen Gast verkaufte. Der Gast wollte sich damit finanzielles Glück kaufen.

Ich riet Antonio verschiedenes, aber er hörte mir nicht richtig zu. Im Laufe des Gesprächs fragte er mich schließlich, was ihn wirklich umtrieb. Ob man denn die Lottozahlen auspendeln könne, wollte er wissen. Ich antwortete, ja, man könne es, sofern einem ein Lottogewinn bestimmt sei. Vier Wochen später zog mich Antonio in sein Restaurant und zeigte mir einen Lottoschein vom Mittwochslotto. Er hatte nur zwei Felder angekreuzt gehabt und in beiden Feldern hatte er den Haupttreffer beider Ziehungen. Ich gratulierte ihm, doch er winkte ab. „Du hast gesagt, wenn es einem bestimmt sei, kann man die Zahlen erpendeln. Mir war es nicht bestimmt. Sieh, den Schein habe ich gestern am Mittwoch aufgegeben, weil es Mittwochslotto heißt. Die Nacht davor saß ich mit dem Pendel über den Zahlen und habe sie getippt. Heute sehe ich die Zahlen, zwei Haupttreffer. Ich denke, Antonio, jetzt bist du ein paar Millionen schwer, und laufe sofort ins Lottogeschäft. Die Frau schaute sich den Schein an und sagte schließlich: „Antonio, du bist ein echter Pechvogel. Du hättest den Schein am Dienstag abgeben müssen, damit er für die Ziehung vom Mittwochabend gegolten hätte. Dieser Schein gilt für die Ziehung am kommenden Mittwoch.“

Als ich Antonio trösten wollte, winkte er wieder ab. „Nein, ich danke dir, Matthias, du hast mir das Glück wiedergegeben. Ich weiß jetzt, dass mir kein Lottogewinn bestimmt ist. Das Pendel hat mir gesagt, Antonio, vergiss den Blödsinn, auf irgendeinen Gewinn zu hoffen. Pack dein Leben an, dann greifst du ins Glück. Ja, und das mache ich jetzt. Ich verkaufe den Laden und koche demnächst in der Kirchengemeinde. Da bin ich unter lauter fröhlichen Menschen.“ Weiterlesen