Frieden, mal eben so …

Gedanken zum Frieden in einer wüsten Zeit in den Wind gesprochen. Erst lesen, wenn der Krieg vorbei ist, dann affirmieren!
verschmutzte Friedensfahne © M. Mala

Am 24. Februar überfiel Russland die Ukraine. Der Krieg kündigte sich bereits Monate zuvor an. Doch trotz der offensichtlichen russischen Kriegsvorbereitungen kam kein konstruktives Gespräch zwischen den Konfliktparteien zustande. Vielmehr hatte ich den Eindruck, man wollte auf beiden Seiten den Krieg.

Mit dem Kriegsausbruch wurden sämtliche Corona-Experten, die zuvor Fußballexperten waren, zu Generälen, die die richtige Strategie aus dem Handgelenk schüttelten. Mich erschreckte daran vor allem, mit welchem Eifer der Krieg allgemein begrüßt wurde, am liebsten wollte man gleich selbst an die Front eilen. Insbesondere verstörte mich, wie über Nacht aus besonnenen Leuten ergrimmte Sofakrieger geworden waren, die in abstoßender Weise verbal aufgerüstet hatten. Ich empfand es als eine Massenhysterie, die mich gleich der Mobilmachung Anfang August 1914 anmutete. Politik und Medien tönten unisono bellizistisch und Talkshow-Strategen wussten längst, wann die Russen aus strategischen Gründen zur ultimativen Warnung Atombomben über der Nordsee zünden würden.

Ende April initiierte Alice Schwarzer mit 28 Intellektuellen und Künstlern einen Offenen Brief an Bundeskanzler Scholz, in dem sie sich gegen Waffenlieferungen an die Ukraine als weitere Eskalationsstufe aussprachen. Obgleich der Offene Brief im Internet nachzulesen ist, interpretierten Medien und Politiker ihn quasi als eine Kapitulationserklärung einfältiger Pazifisten und Putinfreunde und diffamierten die Erstunterzeichner. Den Sofakriegern in den geschwätzigen dissozialen Medien war das Wasser auf die Mühlen ihrer Selbstgerechtigkeit, dementsprechend geiferten sie hinter der Sau her, die hier durchs mediale Dorf getrieben wurde. – Meute hier, Meute dort! – Weiter möchte ich nichts ausführen. Irgendwann werden einige wenige, die noch ein wenig Anstand besitzen sich für ihre Hatz schämen.

Inzwischen ist die helle Aufregung um den Krieg eh abgekühlt und stumpf geworden. Bis 18. Juli hatten 320.000 Menschen den Offenen Brief unterzeichnet. Vier Wochen später kamen gerade mal noch 20.000 Unterzeichner hinzu. Dafür lamentiert man allgemein über die katastrophalen Umstände, die der Krieg verursachte: Inflation, Hungersnot, Energiekrise, Rechtsradikalität, Hitzesommer und so weiter. Alle Unbill hat inzwischen ihren Ursprung in diesem Krieg und nicht im Tun und Handeln unfähiger Politiker, wobei die Ära Merkel als mitursächlich derart ausgeblendet wird, als wären wir die letzten sechzehn Jahre von Aliens regiert worden.

Jedenfalls begann ich, weil ich der ganzen Idiotie ein bisschen Nachdenklichkeit entgegensetzen wollte, ab 21. Mai Friedensongs in meinem Twitteraccount @Lotoskraft zu verlinken und jeweils einen kurzen Gedanken dazu zu formulieren. Jeden Tag ein Song und ein paar Sätze dazu. Das werde ich fortführen, bis der Krieg sein Ende findet. Ob es ein Frieden sein wird, weiß ich nicht. Zuviele Interessen kollidieren hier. Aber ein Ende des Mordens wäre zumindest ein Fortschritt.

Link zum Offenen Brief an Bundeskanzler Scholz

Link zur Chronik der Reaktionen auf den Brief

Nachstehend die Listung meiner alltäglichen Texte zu den von mir verlinkten Friedensliedern

Seitdem ich 1969 den Wehrdienst verweigerte, fragte ich mich: Wann „will“ man je verstehen …?

War ja nur ein hübscher Bursche, der andere Burschen nicht massakrieren wollte. Drückeberger nannte man sie zu meiner Zeit, als ich gezogen wurde…

Oh ja, von diesem Lied gibt es viele Cover-Versionen; gar so viele, dass wohl meine Absicht, bis zum Ende des tobenden Irrsinns rund um den Ukrainekrieg jeden Tag eine Version zu posten, aufgehen wird.

Was für eine Zeit wo man den Frieden und nicht den Endsieg herbeisehnte …

Ja, damals konnte man nicht genug von dem Friedensliedchen bekommen… Da ging gerade die Kubakrise glimpflich aus …

Wieder soll es Frieden werden. Und weil’s nicht so kommen will, verändert man den Text. Gut, mal sehen ob’s wirkt …

Ja, hier singt die Georgierin Katie Melua weiter vergeblich Frieden gegen den Kriegssturm …

Da rocken die Blümchen im Friedensturm mal so richtig bombig für die Sofakrieger …

Eine bombige aber ebenso traurige Version, den Frieden zu besingen. Zumindest meine ich, den Schmerz zu hören, wie er vom Wind verweht wird.

Pete Seeger schrieb dieses Lied 1955. Ein Jahr später wurde er vor den Ausschuss für unamerikanische Umtriebe zitiert. Ähnliche Ausschüsse wird es wohl auch hierzulande bald geben. Egal, ich spreche nicht für den Krieg, sondern singe mit Pete für Frieden!

Wenn Iren vom Frieden singen, wissen sie was sie damit meinen. Jeder Tag Krieg ist ein Tag zuviel.

Munter, wie diese Burschen den Frieden herbeisingen, so könnte es fast klappen!

Wann werden wir wieder zur friedlichen Vernunft kommen?

Was ein Glück, dass Deutschland seit 1945 vom Krieg verschont blieb, mit Ausnahme von 1953 Aufstand in der DDR, 1968 Prager Frühling, 1999 Kosovo Krieg und danach diverse Auslandseinsätze …

Gerade noch dem heißen Krieg durch die Gnade der späten Geburt entwischt, wissen Elvis und Freunde ziemlich genau, warum sie um des Friedens willen singen.

Stell dir vor, es ist Frieden, und niemand macht mit.

Seltsam um wieviel tiefer unsere heutige Kulturverlorenheit reicht, als wir einst erneut begannen, uns Kultur anzueignen. Ja, das Unheil erlangte bereits wieder Urständ, ehe es uns mit Krieg ansprang. Wolfgang Borchert – Dann gibt’s nur eins – Sag NEIN!

50 Jahre, nachdem Bob Dylan dieses Lied zum ersten Mal sang, stand die Frage immer noch im Raum, wieviel Zeit noch vergehen muss, bis wir dem Wind lauschen, auf dass wir erkennen.

Ja, so forsch kann Frieden sein. Man kann es nicht laut genug in die Betonköpfe der Bellizisten singen. Ich dachte nicht, dass ich in dieser Serie noch bis zum Punk komme.

Frieden dröhnt …

Ein Schrei nach Frieden für alle „kriegsmüden“ Sofakrieger. Ich kann nicht glauben, dass es so ist, wie’s ist. Aber das konnte ich meiner Lebtag schon nicht …

Die Zeit zeigt es einmal mehr: Um für Frieden zu sein, braucht es mehr Mut, als mit den Wölfen zu heulen.

Nein, es ist keine rotzige Satire auf Marlene Dietrich, sondern nur der zaghafte Wunsch nach Frieden …

… und plötzlich ist Frieden!

Friede ist das Ende von Krieg … Je weiter weg das Ende ist, umso mehr Menschen werden massakriert. Letztlich aber endet jeder Krieg.

Frieden hat zurzeit nur eine dünne Stimme ­– doch für sie muss sich später niemand schämen. Aber auch die, die Krieg geschrien haben, werden sich nicht schämen.

Weinen wir um den Frieden …

Waffen schaffen keinen Frieden … eigentlich simpel – oder?

Auch dazu braucht es Frieden … glaubt mir!

Keine Panik im Orchester … Frieden gibt es erst, wenn kein Hahn mehr kräht!

Wie viele Menschen müssen verrecken, wie viele Städte verheert sein, damit Frieden einkehren kann?

1994 retteten Die Ärzte mit dem „Friedenspanzer“ noch die Welt (ironisch). Jetzt häufen sie nur noch mehr Leichen- und Schuttberge … Allein Verhandlungen bringen am Ende Frieden!

Sind WIR im Krieg? Ich höre immer mehr politische Knallchargen, die das sagen. Egal, wo wir sind, offensichtlich haben wir unseren Frieden verloren. Wer ihn finden will, suche ihn bei sich. Der Weg zum Frieden ist geradlinig.

Kriege werden angezettelt, lange bevor sie scharf sind. Frieden wird dafür lange zuvor leichtfertig aufgegeben. Denkt man, wie Merkel es empfahl, alles vom Ende her, müsste man beim Frieden anfangen.

Was verstehen wir nicht? Wir, die meinen …? Es sind massakrierte Menschen, zu denen wir meinen …! Frieden bewahrt all jenen, die noch nicht massakriert wurden, das Leben.

Ja, Frieden hat oft eine fürchterliche Performance – man beachte das vagabundierte Peacesymbol -, dennoch auch ein schlechter Frieden ist ein Kriegsende.

… auch ein chaotischer Frieden ist mir recht, Hauptsache das Morden ist vorbei.

Vom seit Jahrhundert friedlichen Gstaad aus wirken die pathetischen Fragen geradezu frivol. Doch Frieden ist so eigen, dass er erst kommt, wenn Menschen und Länder ausgeblutet sind.

Solange vermochte noch niemand zu kriegen, bis dass der Wunsch nach Frieden weggebombt hätte werden können.

’s Liadl dat a auf’n Friedn passn, wei den homa voa lauta Gia un Seibstsucht emso längst valoan …

Ja, wir können auch den Wunsch nach Frieden travestieren …

Nein, Frieden kann auch nur eine Weise, eine friedliche Weise sein.

… und ist endlich Frieden, wird immer noch kein Frieden einkehren. In Deutschland währte es keine 10 Jahre, bis es wieder zur allgemeinen Wehrpflicht für Männer kam.

Wieviel ermordete Menschen braucht es, bis man über Frieden sprechen kann – oder darf?

Klingt so zaghaft, als dürfte man nicht über den Frieden sprechen … Frieden braucht starke Stimmen, stärkere Stimmen als der Krieg!

Letztlich hat der Frieden jeden Krieg abgelöst – und das meist dauerhaft … auch ohne große Worte – so wie hier mit dieser Weise.

Frieden ist überhaupt großartig – hier klingt er auch so … als wäre es ein Notruf … Der Ruf nach Frieden ist stets wahrhaftige Not!

Ein verspielter Frieden ist mir allemal lieber als ein verspielter Frieden!

Wer für den Krieg redet, will keinen Frieden; ja er fürchtet den Frieden. Nur wirklich begründen kann er seine Friedenphobie nicht.

Krieg führt niemals zum Frieden, sondern endet allenfalls durch ihn.

Warum ist uns Krieg soviel wert, dass wir nicht über Frieden sprechen wollen? Warum ist uns Frieden so wenig wert, dass wir lieber über Krieg sprechen?

Hat Frieden einen Preis? Ja! Mord, Mord und nochmals Mord. Und erst wenn die Mordlust bitter gestillt wurde, ist der Preis entrichtet!

Am Ende eines jeden Krieges gibt es Sieger und Besiegte. Beide Kriegsparteien willigen in einen Frieden ein. Die ermordeten Menschen waren ihre Bauernopfer …

Krieg ist im Gegensatz zum Frieden Mord und Totschlag. Was spricht da gegen Frieden?

Frieden ist so bösartig! Er wartet einfach ab, bis auch der letzte ermordet wurde, der für ihn nötig war – verrückt? Oder nicht?

Frieden ist doch nur was für Warmduscher … oder? Verrecken, sich zum Krüppel schießen lassen, ist einfach cool … Komm, sei kein Weichei, schmeiß Deine Flinte ins Korn, geh nach Hause!

Frieden ist nie lächerlich …

Frieden ist offensichtlich nicht so lukrativ wie Krieg …

Auch wenn die Stimme brüchig wird, der Ruf nach Frieden ist stark. Der Weg zum Frieden ist das Gespräch, alles andere ist Krieg.

Frieden ist nichts für Feiglinge …

Wer den Frieden auf morgen verschiebt, bejaht den Mord vieler Menschen.

Frieden braucht Seele … Soul eben. So klingt Vorfreude auf Frieden … derweil noch gemordet wird … leider … Wir sind so schrecklich dämlich …

Und weil’s so schön war, gleich nochmal. So wird das was mit dem Frieden …

Heute starben wieder viele Menschen in Kriegen rund um den Globus. Krieg kennt nur eine Sprache: morden! Frieden hat auch ohne Hashtag einzigartige Stimmen. Hören wir ihnen zu …

Es geht einzig um Frieden, und nicht um Krieg … Frieden ist ein Gespräch!

Himmiheagottsakramentnomoi, ez giabts endli an Friedn, es Deppn es greißliche …

Abertausend Menschen werden durch Krieg traumatisiert. Das Trauma verändert ihr Leben zum schlimmeren. Frieden heilt das Trauma nicht, doch er fügt keine neuen Traumata hinzu …

Wer für Frieden ist, holt sich derzeit schnell kalte Füße … Ja, Frieden ist kein Spaß!

Es geht um Frieden. Nicht um Krieg. Nur Frieden beendet die mörderische Raserei …

Wer kann noch tanzen, wer noch lachen, wer noch lieben? Frieden ist all das! Wer’s nicht kann, ist im Krieg geblieben …

Frieden beginnt, sobald die Unvernunft endet …

Krieg bringt nichts gutes. Frieden ist dagegen die Basis, auf der gutes gedeihen kann.

Zurück zu den Anfängen. Es geht um Frieden. Nur ein Frieden beendet das Morden.

Wer mit seiner Frau für den Krieg bei Vogue vor Ruinen posiert, der hat gewiss andere Sorgen als Frieden. Frieden wollen nur jene, die wissen, dass sie jederzeit ermordet werden können.

Weltweit gab es 2021: 355 Kriege. Frieden ist uns inzwischen so fern geworden, dass wir ihn in unserem eigenen Land leugnen. Das ist kein guter Weg.

Frieden braucht Disziplin. Wohl deswegen ist Frieden komplizierter als Krieg

Frieden ist eine eigene Dimension, die weder das Gegenteil noch die Abwesenheit von Krieg ist.

Frieden …? Was hat er für einen Wert, solange man glaubt, man kann ihn vorübergehend, um seiner selbst willen aussetzen?

Allein Frieden bewahrt Leben …

Frieden schließt manch „gutes“ Geschäft aus, das Krieg ermöglichen würde. Bezahlt wird mit Menschenleben …

Während des Krieges werden Felder in der Hoffnung bestellt, sein Brot in Frieden essen zu können. Manchmal erfüllte sich diese Hoffnung erst nach Jahrzehnten voll Elend.

Heute vor 77 Jahren fiel die 2. Atombombe auf Nagasaki. Sie beendete den II. Weltkrieg. Millionen Tote waren „nötig“, damit Frieden einkehrte. Wie viele werden den nächsten großen Krieg überleben …

Es geht nicht um Krieg, es geht um Frieden. Ja, für Frieden muss man streiten, er kommt nicht von selbst und bleibt ebensowenig von selbst

Allüberall galoppieren die apokalyptischen Reiter. Traumatisierte Missbrauchsüberlebende werden durch geschürte Panik schwer getriggert, ihr Leben ist gefährdet. Etliche töteten sich bereits selbst. Nur Frieden jetzt vermag uns wieder zu befrieden.

Frieden ist eine so große Sache, dass man sie, will man nicht scheitern, nur klein anfangen sollte …

Krieg ist grausam. Krieg ist Mord & Totschlag. Frieden ist nicht das Gegenteil von Krieg, sondern eine eigene, andere Dimension.

Es wird wieder Frieden … Doch dann wird es zigtausend traumatisierte Menschen geben, von denen etliche eine PTBS entwickeln werden. Frieden heilt keinen Krieg!

Frieden ist, wenn … 1965 saß ich 14jährig in Kneipen und hörte mir von traumatisierten einstigen Soldaten deren Kriegserlebnisse an. Im Gegenzug spendierten sie mir Bier.

Mit der Zeit steigt die Zahl der im Krieg ermordeten Menschen. Zeit kostet Leben. Nehmen wir uns die Zeit und sprechen über Frieden …

Machen sich die Mächtigen Gedanken, wie sie die Ohnmächtigen dienstverpflichten können, werden sie die Wehrpflicht wieder einführen und sagen, es geht nur um Frieden.

Stell dir vor es ist Frieden … und abertausende vom Krieg traumatisierte Menschen müssen lernen, weiterzuleben. Was für eine grauenvolle Vorstellung. Was für eine Wirklichkeit!

Friedenslieder sind Seufzer der Hilflosigkeit … dennoch zwischen zwei Kriegen herrscht Frieden und wartet darauf, erneut mit Füßen getreten zu werden. Wer tritt mit?

Sollten wir in der Tat die Krone der Schöpfung sein, so ist Krieg die Krone unserer Dummheit. Ein Friedenslied mit viel Pathos von Udo Jürgens selig. Aber ja, auch der Frieden kann Pathos ertragen …

Auch der 30jährige Krieg endete 1648 mit einem Friedensschluss. Nur selten wartete man so lange auf Frieden. Doch solange sich das Morden „rentiert“ hat Frieden keine Chance.

Frieden? Ach ja, bald, demnächst, ist nicht so wichtig, wir haben da noch was in der Pipeline … Ach, kostet nur ein paar Menschenleben. Ja, die Katze geht auch noch mit drauf …

Noch immer versprechen sich Mächtige was vom laufenden Krieg. Also gießen sie eifrig weiter Öl ins Feuer, damit der Krieg heiß und der Frieden fern bleibt.

Durch Kriege wurden – abgesehen von den Toten und Verkrüppelten – viele Menschen arm und ein paar wenige reich. Gleichwohl beugen sich die Verarmten, wie sie es durch alle Zeiten hindurch taten.

Der idiotische Glaube an einen Endsieg führt nie zum Sieg, sondern in den Untergang. Die Ultima Ratio ist einzig Frieden …

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