Der Froschkönig, ein feministisches Märchen

Froschkönig © Matthias Mala

Kein Kuss verzauberte den Frosch in einen Prinzen. Nein, die Prinzessin schmetterte den Broz gegen die Wand, und aus dem blutigen Batz, der herabschmierte, formte sich der Prinz. – Nicht umsonst steht ein Broz, eine Kröte, für die Gebärmutter und damit auch für die Hysterie, die dem Weib solch ein Verhalten erlaubt.

Das ist die Geschichte, die das Leben auch heute schreibt. Männerklopfen allüberall: Männer sind verantwortlich für die Klimakatastrophe und für die niedrige Geburtenrate und dafür, dass Frauen, wenn sie weniger arbeiten, weniger verdienen. Männer werden gegen die Wand gedrückt. Frauen befreien die Welt!

Das fiel mir ein, als ich das Jahresbild für 2019 zeichnete. Dabei wollte ich eigentlich im vagen bleiben. Nur die Ziffern der Jahreszahl miteinander so arrangieren, so dass daraus ein Muster entstünde, das genügend für ein Bild hergibt. So wie ich es seit 2002 pflegte. Und diesmal war‘s ein Quakmaul, ein Frosch, was ich in der Skizze entdeckte.

Etwas versöhnliches hat ja das Märchen scheinbar; denn sobald sich der Frosch zum Prinzen wandelte, bekam die Prinzessin Kulleraugen, wurde ganz lieblich und machte gurr gurr. Schließlich ist so ein Prinz mit goldenem Stengel der Traum jeder Prinzessin, egal wie männerfressend feministisch sie aufgestellt ist. Und da Männer nach weiblicher Ansicht emotionale Volltrottel sind, lassen sie sich angeln und später bei hoher Abfindung scheiden.

So ist also das Jahresbildchen gar nicht mehr vage, sondern politisch vollkommen inkorrekt; denn als Mann, für Männerrechte einzutreten, ist voll Nazi, wie uns lila Pudel aus der linksgrünen Ecke und von Steuergeldern finanzierten Parteistiftungen vorhalten. Ich denke dabei an die Heinrich-Böll- (Grüne) und Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD). Für sie und andere gute Menschen – ja, ich meine die Pejoration von Gutmenschen – war die Botschaft, die ich dem Froschkönig ins Maul legte, eigentlich gedacht:

Wir sind gut, so gut
Dass wir gar irre werden
Wir meistern die Welt.

Ja, irre werden Frösche, sobald es zur Laich geht. Dann blähen sie ihre Schallblasen auf und beeindrucken die Weibchen wie der Prinz die Prinzessin. Es quakt darauf gar fürchterlich in unseren Sümpfen und Teichen, und tausende von Kaulquappen bevölkern alsbald Pfützen und stehende Gewässer, wobei sie letztlich artig ihr Schwanzerl abwerfen, wie das der Feminismus immer wieder begrüßt, sobald eine Megäre ihren Mann blutig entmannte. So dreht sich das Rad der Wiedergeburten neu: Mensch wird lila Pudel, dann Gutmensch, dann Frosch und letztlich als Froschbatz Prinz.

Es geht nur darum, immer schön artig in der Filterblase zu bleiben und stets den gleichen Laich zu ventilieren, auf das alles so bleibt, sprich die Schallblase, mit der man seine Mitwelt indoktriniert, geschmeidig bleibt. Als ich dieses Jahr die „Gemeinsame Erklärung 2018“ unterzeichnete meinte ein Kollege, „das geht ja nun gar nicht“, und als ich aus dem PEN wegen dessen ambiger Einstellung zur Zensur austrat, beschwor mich ein anderer Kollege, diesen Schritt zu überdenken, ich würde damit nur die AfD bedienen.

Das waren meine hintergründigen Gedanken zum Senryū für 2019. Wir machen scheinbar Politik für andere, wo es nur um die Streicheleinheiten für unseren Narzissmus geht. Wir meinen, gut zu sein, nur weil wir in der Herde mitrennen. Das war durch alle Zeiten so und wird so bleiben. Darum: Ich bin nicht gut, sondern dabei, meinen Weg zu gehen. Also lautet mein Wunsch an Sie: Seien Sie nicht gut. Bleiben Sie bei sich. Wandeln Sie sich, so wie sich auch Ihr Lebensweg wandelt.

Und so wünsche ich Ihnen: Ein gutes neues Jahr, Gesundheit und Glück

Ihr Matthias Mala

 

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