Nichts ist umsonst …

… und alles willkürlich. Hätte zum Beispiel Judas dem Heiland keinen Judaskuss auf die Wange gedrückt, wäre Jesus von den Häschern nicht erkannt und womöglich statt ihm irgendeiner seiner Jünger verhaftet worden. Der beabsichtigte Schauprozess vor dem Gouverneurspalast des Pilatus wäre in die Hose gegangen und man hätte wohl den Barabbas gekreuzigt und nicht laufen gelassen. Damit wäre aber auch die ganze Auferstehung perdu gewesen und Jesus womöglich nur ein seltsamer Heiliger aber nicht der Christus geworden.

Nur mit Judas war der Verrat am Heiland und somit dessen Kreuzigung, Höllenfahrt und Auferstehung möglich geworden. Eigentlich müsste Judas als der Stifter des Christentums gelten, denn die anderen Jünger waren wohl ähnlichen Einflüsterungen des Heiligen Geistes ausgesetzt gewesen, die Mission des Gottessohnes an ihr Ziel zu führen. Indessen hatten sie sich diesen schlechten Gedanken widersetzt. Also blieb die Aufgabe an Judas hängen, und er büßte dafür. Ob er sich erhängte, weil er von den anderen Jüngern dafür missachtet wurde, oder weil er erkannte, dass für ihn kein Platz mehr neben dem Auferstandenen wäre, wer weiß es. Jedenfalls fädelte Judas die Geschichte des Christentums ein, die der Gesalbte letztlich wie vorgesehen vollendete. – Danach soll er nicht in den Himmel gefahren, sondern nach Srinagar in Nordindien gezogen sein; wo er als weiser Mann beerdigt worden sei. Weiterlesen

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