Farhud – Der Exodus aus Arabien

Im September schrieb mir meine Kollegin Miriam Magall, dass ihr jüngster Roman erschienen sei, in dem sie sich mit dem Leid der Vertreibung der Juden aus den arabischen Ländern auseinandersetzte. Die Vertreibung der Juden aus diesen Ländern und aus dem Iran war ein Unglück – genauer gesagt ein rachsüchtiges Verbrechen – das mit der Gründung des Staates Israel begann und sein Ende im arabischen Frühling 2010/2011 fand, wo die letzten verbliebenen Juden aus den arabischen Ländern vertrieben wurden. Seitdem ist ganz Arabien nach über 3000 Jahren jüdischem Leben auf seinem Boden judenfrei. – Hier ist eine Auflistung der noch verbliebenen Juden in Arabien und dem Maghreb vor dem arabischen Frühling.

Farhud bezieht sich auf das Pogrom 1941 in Bagdad, bei dem 175 Juden ermordet und über 1000 verletzt wurden. Der Begriff ist auch zum Synonym für die Vertreibung der Juden aus Arabien geworden. Hierzu ein Artikel in der Jerusalem Post und einen Aufsatz zum ersten Gedenktag der Vertreibung am 30. November 2014 im israelnetz.

Meine Kollegin Miriam Magal schrieb mir dazu folgendes: Weiterlesen

Meine Welterklärung

Gedanken Object trouvé von Ruth Mala

Gedanken Object trouvé von Ruth Mala

Der Blogger Stefan Kraus vom Blog Seelengrund stellte seiner Frage: Was verstehst Du unter „Gott“?, noch drei weitere nach. Ich ging daraufhin in mich – nur wohin? – und es stellten sich nach und nach folgende Antworten ein, die ein für allemal die Welt erklären. So denn, jubilieret! Wir sind angekommen …

  1. Was verstehst Du unter „Gott“?

Ich … nein, wir … nein, wieso werde ich geduzt, wenn es um Gott geht? Das verstehe ich nicht. Woher diese Impertinenz, diese paternalistische Attitüde, womöglich Gläubige stets zu infantilisieren. Außerdem, was heißt schon verstehen? Ich soll Gott – was immer das auch sein mag – verstehen? Also ich habe zwar narzisstische Züge, doch soweit megaloman bin ich nicht, dass ich mir vorstellen wollte, was – wenn es denn es gäbe – jenseits aller Vorstellungskraft läge. Also bescheide ich mich, stelle mir nichts vor, und esse Entenbraten mit Blaukraut, Semmelknödel, Preiselbeeren und Kastanien-Apfelfüllung; das ist gottvoll! – Und dann noch unter Gott? Ober sticht unter! Also falls Sie es wissen wollen, dann fragen Sie doch Ihr Konstrukt von ihm. Es gibt auch Menschen, die sprechen mit den Geistern aus der Klosettschüssel.

  1. Welche gedanklichen Gründe führen dich zu diesem Verständnis des Gottesbegriffs?

Die Gründe meiner Gedanken sind so grundlos wie ein Gumpen voller Nymphen, die Jünglinge becircen und aus dem endlichen Glück ihrer Jugend ins Endlose, sprich die himmlische Ewigkeit reißen. Somit speisen sich meine Gedanken wohl aus den Spiegelungen am Rande des Universums, die reflektieren, was in seinem Inneren ist: nämlich nichts, oder besser noch: Nix – lateinisch wie Schnee – neudeutsch Koks, amtsdeutsch Kokain; denn mit diesem Nix lässt sich das Nichts im Kopf prächtig blähen, so dass es den Schädel füllt und die Gedanken links und rechts herausquellen, fragt nur den Crystal Meth Junkie Volker Beck, den religionspolitischen Sprecher der Immergrün-hinter-den-Ohren-Alliens.

  1. Welche Erfahrungen führen dich zu diesem Verständnis des Gottesbegriffs?

Fahrungen sind Bewegungen. Ver-, Er,- Be-, Ein-, Vor-, Nach-, Mit- und so viele mehr Fahrungen, sind stets mobil und niemals im-. Da geht es zu wie bei Cern, im Teilchenbeschleuniger, rasant und detonativ und sich in antimaterialistischer Transzendenz exmatrikulierend. Derlei Bewegungen sind so haltlos, dass sie nicht mehr mitteilsam sind, da sie stets nur verzerrt, sprich relativ erfasst werden können – die Mitteilungen … und nicht das Mobile selbstverständlich.

  1. Welche Haltung nimmst du ein gegenüber anderen Verständnissen des Gottesbegriffs?

Oje, haltet ein. Ein Verständnis ist nicht zwei Verständnis. Verständnis ist so singular, wie unzählbar – wie mich darin gar der Wahrig noch bestärkt. Wie also soll ich Haltung gegenüber dieser Frage einnehmen? Lautete sie: Wie hältst Du es mit den Religionen, wiese ich auf meinen Blogbeitrag Uniform. So aber weise ich die Frage – ob ihrer Unverständlichkeit – zurück, zurück ins Unsinnige, und wiese somit hinein in tiefste Mystik.

Friedhofsruhe

November © Matthias Mala

November © Matthias Mala

Totenkulte sind so verschieden wie die Kulturen und sie verändern sich ebenso wie diese. Ging ich als Jugendlicher noch in die Leichenhallen zum „Public Viewing“, um den aufgebahrten Toten in ihr blassgelbes Antlitz zu schauen, von denen mal Frieden, mal Agonie, mal Schrecken und mal ein letztes Lächeln abzulesen war, um den Tod zu verstehen, so ist das heute kaum mehr möglich. Einen Verstorbenen, offen zu zeigen, wird hingegen beinahe schon als Aggression, gegen ihn und die Teilnehmer seines Leichenbegängnisses verstanden. Jedenfalls blieb mir die Laune, über Friedhöfe zu schlendern. Den Tod muss ich indes schon lange nicht mehr in den Gesichtern von Leichen suchen und verstehen wollen. Denn dort findet man allenfalls nur Botschaften des Sterbens. Schließlich erkannte ich auf der Suche nach ihm, dass der Tod der Begleiter des Lebens und als solcher notwendige Voraussetzung für seine stete Wandlung ist, damit es eben nicht tödlich erstarrt. Weiterlesen