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Archive for März 2016

Wahrheit © Matthias Mala

Wahrheit © Matthias Mala

Treten wir durch stille Betrachtung unseres Seins und Mitseins in jene Sphäre über, in der die Betrachtung nicht mehr die unsere, sondern scheinbar eine fremde ist, also in jenen geistigen Ausnahmezustand der Mystiker ein, in dem sie von ihrer Mitwelt schlicht für irre gehalten und womöglich später heiliggesprochen wurden, dann … Dann gibt es zwei Möglichkeiten: entweder wir verstummen, weil uns das Unermessliche überwältigte, oder aber wir werden geschwätzig und beginnen, wie Pfingstler zu stammeln, indem wir das Unermessliche in die begrenzte Dimension der Worte zwängen wollen. Was dabei herauskommt, vermitteln uns die Religionen seit einer gefühlten Ewigkeit.

Kündete doch Johannes mit dem ersten Satz seines Evangeliums in gnostischer Manier von der Macht des Wortes: „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott“. Und er erzählt weiter, wie der Seelenfunkenfischer, der Archont Jesus Christus, auf die Erde niederkam, (mehr …)

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Palmsonntag © Matthias Mala

Palmsonntag © Matthias Mala

Atheisten wissen, dass es keinen Gott gibt. Agnostiker nehmen es an, wissen aber, dass sie dazu nichts wissen können, also auch über das Dasein oder Nichtsein einer Transzendenz im Ungewissen bleiben werden. – Ein gottesfürchtiger Mystiker prägte dazu im späten Mittelalter den Begriff von der Wolke des Nichtwissens und konnte aus seinem Nichtwissen heraus dennoch ein Buch über das Nichtwissen schreiben. Nichtwissen kann demnach sehr beredt sein, wie ich es ja mit diesem Blog ebenso demonstriere.

Jedenfalls ist mir die agnostische Position lieber, denn sie ist mir nahe. Deshalb halte ich auch jede Spekulation über Gott für müßig. Folglich spreche ich nicht von ihm. Und doch, indem ich mit meiner Kontemplation über Meins ‑ womit ich mein Sein und Mitsein im Sein meine ‑ von etwas spreche, wovon man eigentlich nicht sprechen kann ‑ da jedes Reden darüber das wahrhaft Beschaute reduziert ‑, stifte ich eine Begrifflichkeit, die zwangsläufig zum Missverständnis einlädt. Denn wirklich verstanden werden kann ich nur dann, wenn der mich Verstehende, in gleicher Weise kontemplierte wie ich. (mehr …)

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