Gutmensch

Unselig sind alle, die unmenschliches im anderen erkennen. Unselig sind jene, die Unwörter bestimmen. Ein Unwort mag unmöglich, unbestimmt, unpassend und noch viele un- mehr sein. Doch wer die Wörter der Menschen als unaussprechliche denunziert und als Schweigewörter detektiert, der will zum einen nicht hinhören und zum anderen die Rede beschränken, weil er den Gedanken hinter der Rede nicht duldet. – Und weil die Darmstädter Sprachpolizisten mal wieder unsägliches verkündeten, reblogge ich diesen Beitrag von jobo72.

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„Gutmensch“ ist Unwort des Jahres 2015. Zu Recht. Denn viel zu oft wird das wirklich gute Engagement von Menschen diffamiert, insbesondere auch aus der Distanz, ohne Detailkenntnis. Die Frage ist dann, auf welcher Seite der eigentliche Gutmensch zu finden ist: auf der des Diffamierten oder auf der des Diffamierenden?

Man muss schon unterscheiden: Gutmensch und guter Mensch. Beide, der Gutmensch und der gute Mensch, wissen: Man kann nicht allen Menschen in Not helfen. Ein guter Mensch hilft Einigen, weil er barmherzig ist und Barmherzigkeit ihn zum Handeln nötigt, ein Gutmensch Niemandem, weil er gerecht ist und Gerechtigkeit ohne Gleichheit für ihn ein unterbestimmtes ethisches Konzept bildet. Der gute Mensch fordert, dass kein Mensch das Recht haben soll, eine Frau als Sklaven zu halten. Der Gutmensch fordert das auch. Es heißt schließlich „Sklavin“.

Ein Gutmensch ist ein Mensch, der gut scheint, ein guter Mensch einer, der gut ist. Schon Platon macht…

Ursprünglichen Post anzeigen 117 weitere Wörter

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