Weihnachtsansprache

Art trouvé African von Ruth Mala © Matthias Mala

Art trouvé African von Ruth Mala © Matthias Mala

Weihnachtsansprache vom Bundesgaukler, Silvesteransprache von der Pfarrerstochter, Neujahrsansprache vom Oberpoppen … Niemand hört zu, niemand spricht darüber, nur mediale Oberfurzer kommentieren das Verblasene und Nichtgehörte.

Was bilden sich die Lackaffen denn nur ein, wie wichtig und bedeutend sie wären, auf dass ihre schmalen, von keinem Fettauge beschimmerten Gedanken … Gedanken? Das sind keine Gedanken, das sind Phrasen, Plattitüden, Gemeinplätze, verwortetes Styropor … Also, bilden die sich tatsächlich ein, wir haben ein Jahr lang unser Maul gehalten, um dann aus ihrem Mund noch einmal im Feiertagstempre zu hören, was man uns schon übers Jahr vorgekaut hatte? Weiterlesen

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Ein guter Mensch

Memoria Robert © Matthias Mala

Memoria Robert © Matthias Mala

Letzte Woche haben wir Robert begraben. Er war 77 Jahre alt. Ich kannte Robert seit fast 40 Jahren. Robert war gewissermaßen eine Institution in den Sucht-Selbsthilfegruppen. Die ersten zehn Jahre seiner Sauberkeit stand er noch unter Vormundschaft, da die Psychiater damals nicht annehmen konnten, dass er noch zu einem selbstständigen Leben fähig sein würde. Doch Robert blieb sauber und seine geistige Gesundheit verfestigte sich immer mehr. Robert ging seit seiner Entlassung aus der Psychiatrie mehrmals in der Woche in Selbsthilfegruppen, um weiterhin ein stabiles Leben zu führen. Am Ende starb er sauber. Er war Jahrzehnte clean gewesen. Weiterlesen

Gerechtigkeit ist ungerecht

 

Gerechtigkeit © Matthias Mala

Gerechtigkeit © Matthias Mala

 

Zur Rechten und Linken Gottes gibt es jeweils nur einen Platz; wobei der Platz zur Rechten neben Christus nur den wahrhaft Gerechten reserviert ist. Sie mögen sich an dieser Seite bis in alle Ewigkeit aufreihen, doch direkt neben der Personalunion des Allmächtigen, kann nur einer der Gerechten seinen Allerwertesten plazieren. Wer aber soll das sein? Wer ist umso viel gerechter als alle anderen Gerechten, um derart bevorzugt zu werden? Oder ist es nicht vielmehr so, dass es unter den wahrhaft Gerechten keine Ränge gibt, keinen ersten und keinen letzten? Doch wenn es so ist, wie können sie sich dann aufreihen? Wer sitzt neben Gott? Ist der Platz zu seiner Rechten vielleicht ein rollierender, auf den sich jeder Gerechte für eine Sekunde niederlassen darf, ehe der nächste sich darauf setzt? Da kämen dann rund 31 Millionen Gerechte im Jahr zu sitzen, sofern sie zügig den Platz tauschten. Weiterlesen

Gedenktag der Vertreibung

Das letzte große Pogrom in Europa fand 1968 in Polen statt, als Gomulka die restlichen nach dem Hollocaust verbliebenen polnischen Juden aus dem Land warf. Er machte sie für seine Misswirtschaft und für das Anwachsen der Opposition gegen sein Regime verantwortlich (siehe Bericht von hagalil.com).

In der arabischen „Jasmin-Revolution“ (2010/2011) wurden die letzten noch in arabischen Ländern lebenden Juden vertrieben. Seitdem sind die arabischen Länder so gut wie „judenfrei“.

Es waren hier wie dort nicht nur politische, sondern auch religiöse Motive, die die Machthaber veranlassten, ihre jüdischen Bürger zu vertreiben. Oberflächlich gesehen mögen die Motive Vergeltung und Antisemitismus sein. Antisemitismus halten manche Psychologen gar für eine neurotische Störung. Weiterlesen